Suche Menü

StilleAndacht zum 24. März

Unsere Reihe der StilleAndachten in St. Leonhard wird Online fortgesetzt. Heute mit einer Andacht von unserer Prädikantin Michaela Wilfert:

Dennoch bleibe ich stets an dir;
denn du hältst mich
bei meiner rechten Hand,
du leitest mich nach deinem Rat
und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

Wenn ich nur dich habe,
so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,
so bist du doch, Gott, allezeit
meines Herzens Trost und mein Teil.

 

 

 

Liebe Gemeinde!

Auf der Suche nach einem Bibelwort, das ich mir gut für die ‚Stille-Andacht‘ hätte vorstellen können, fällt mein Blick auf eine Karte, die ich 1997 in meine kleine Bibel eingeklebt habe.

Das Bibelwort aus Psalm 73 (Vers 23) hat mich in meinem Leben schon oft begleitet und so denke ich, dass dieser Vers gerade auch jetzt in Zeiten der Corona-Krise ein Begleiter sein kann.

Ich mag an diesem Vers vor allem das Wort ‚dennoch‘.
‚Dennoch‘, das drückt Hoffnung und Willen aus. Und auch eine ordentliche Portion Trotz.

Trotz aller Umstände will ich mich nicht geschlagen geben. Trotz aller Zahlen von Infizierten will ich an der Hoffnung festhalten, die mich durch mein Leben trägt. Ich will mich nicht in ein negatives Gedankenkarussell hineinziehen lassen. Ich will festhalten an meinem Gott und Heiland, der mich an der Hand nimmt, mich festhält, der mich trägt und begleitet durch gute und schwere Zeiten.

Dennoch bleibe ich stets an dir… Dieser Vers ist für mich Ausdruck meines Glaubens. Eines Glaubens, der der offensichtlichen Hoffnungslosigkeit Hoffnung abtrotzt.

Ich glaube, dass unser Vater im Himmel trotz allem Schweren gnädig auf jede und jeden einzelnen von uns sieht und uns an der Hand hält. Er lässt uns nicht allein – auch wenn wir im Moment isoliert und vereinzelt diese Wochen verbringen müssen. Und er lässt uns auch nicht allein, wenn es zum Äußersten kommt. Er ist bei uns im Leben und im Sterben. Ich darf mich auf ihn verlassen. Gerade auch dann, wenn ich sprachlos bin. Gerade auch dann, wenn ich angstvoll bin, im Angesicht der Daten, Zahlen und Bilder, die in diesen Tagen auf uns einströmen.

Dennoch bleibe ich stets an dir… Das hat mir in Situationen, die einen unklaren Ausgang für mich hatten, Ruhe gegeben.

Dennoch…! Weil ich weiß, dass Gott an meiner Seite ist, muss ich keine Panik bekommen. Ich darf mich und andere ermutigen, unser Leben in Gottes Hand zu legen, ihm voll und ganz zu vertrauen.

Gott ist an meiner und an Ihrer Seite!

Das macht mir Mut, das beizutragen, was ich tun kann.

Amen.