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Oceans

Ganz tief unten in der Liedwunschbox fand sich das Lied „Oceans“ von Hillsong. Michaela Wilfert hat uns dazu Bilder, Text und einen Link geschickt. Zunächst hören wir den Song:

https://www.youtube.com/watch?v=1m_sWJQm2fs

OCEANS (where feet may fail)
[Hillsong UNITED]

You call me out upon the waters,
the great unknown where feet may fail.
And there I find you in the myst’ry,
in oceans deep, my faith will stand.

And I will call upon your name
and keep my eyes above the waves.
When oceans rise,
my soul will rest in your embrace
for I am yours and you are mine.

Your grace abounds in deepest waters,
your sov’reign hand will be my guide.
Where feet may fail and fear surrounds me,
you’ve never failed and you won’t start now.

So I will call upon your name
and keep my eyes above the waves.
When oceans rise
my soul will rest in your embrace.
For I am yours and you are mine.

Spirit lead me where my trust is without borders,
let me walk upon the water wherever you would call me.
Take me deeper than my feet could ever wander
and my faith will be made stronger in the presence of my savior.

 

Oceans – dieses Lied war einer der Schlager unserer Konfirmandengruppen der letzten Jahre überhaupt. Es wurde immer wieder gewünscht und auch in unserer Jugendandacht ‚Halbe Stunde‘ haben wir Oceans immer wieder gesungen.

Als ich Anfang Februar auf der Postschiffroute vor Norwegens Küste unterwegs war, kam mir dieses Lied immer mal wieder in den Sinn. Hatte ich doch dort den Ozean und die weiten, tiefen Wasser direkt und unmittelbar vor Augen. Und – wir hatten auch häufig raue See. Doch dieses Lied hat auch jetzt in den stürmischen, ungewissen Zeiten Potenzial, uns zum Gebet anzuleiten und Trost zu spenden.

Das Lied von Hillsong nimmt als Motiv die Geschichte des sinkenden Petrus auf (Matthäus 14, 22-33) und versetzt den Sänger oder die Sängerin direkt in die Situation des Petrus hinein. Ich übersetze sinngemäß: ‚Du rufst mich raus aufs Wasser, auf unbekanntes Terrain, wo Füße nicht stehen können und versagen…‘

Wassermassen nötigen uns Respekt ab. Sie wirken oft bedrohlich und in ihrer Tiefe liegt eine große Unbekannte. Vielleicht gibt es ja auch gefährliche Strömungen, die so gar nicht zu sehen sind. Und überhaupt ist Wasser kein Element, auf dem wir Menschen sicher stehen könnten… Doch Jesus ruft Petrus heraus. Er ruft ihn aus seiner Sicherheit, aus seiner Komfortzone heraus und hinein ins Unbekannte. Dorthin, wo all die Dinge, auf die man sich normalerweise ‚blind‘ verlassen kann, versagen. Doch wie soll es jetzt weitergehen? Jesus, was ist dein Rezept für mich, wenn ich meine Sicherheiten verlassen soll?

Ich übertrage den Songtext wieder sinngemäß: ‚Ich finde dich im Rätsel: im tiefen Meer gibt mir der Glaube Halt. Ich rufe deinen Namen an und blicke über die Wellen hinaus. Wenn die Flut kommt, wenn das Wasser ansteigt, so ist meine Seele in dir geborgen, denn ich gehöre dir und du bist bei mir.‘

Das große Rätsel meint wohl dies: obwohl mir alles um mich herum Angst macht, weiß ich mich doch geborgen in Gott. Umarmt und getröstet. Denn Gottes Gnade strömt reichlich, ja im Überfluss und seine Hand hält und führt mich. Gerade dann, wenn meine Füße versagen und mich Angst umgibt. Gerade dann, wenn nichts mehr sicher ist, was bisher als sicher galt. Gerade dann, wenn ich mit meinem Latein am Ende bin… Dann aber gilt mehr noch als je zuvor: Ich gehöre Dir, Gott. Du lässt mich nicht los und du bist mir nah!

Neben den beiden Versen und dem Refrain enthält das Lied noch eine Bridge. Sie ist eine Bitte, eine Verdichtung des zuvor Meditierten, ein noch innigeres Gebet:

‚Führ mich dorthin, wo mein Vertrauen grenzenlos ist. Lass mich über das Wasser laufen, wann und wohin du mich auch immer rufst. Führe mich weiter und tiefer, als meine Füße mich tragen könnten und dorthin, wo mein Vertrauen, mein Glaube gestärkt wird: in die Nähe meines Retters‘.

Ich mag dieses Lied und ich mag die starken Bilder, die darin zum Ausdruck kommen. Unschlagbar ist für mich die Hingabe und Hoffnung, die aus diesen wenigen Zeilen spricht. Es wird immer wieder so sein, dass mir manche harte Nuss im Leben vor die Füße fällt und ich nicht alles verstehen werde, ja, vielleicht sogar mit Spannungen und Widersprüchen leben muss.

ABER: ich muss nicht alleine damit leben. Ich weiß Jesus an meiner Seite. Ihn, der mich hinausruft, der mich lehrt, die Augen über die Wellen zu erheben. Ihn, der mich manchmal ungewöhnliche Wege führt, damit mein Vertrauen in ihn wachsen und größer werden kann.

Amen.