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Maibaum zu Hause

Die Sommer-Saison ist eröffnet! Normalerweise geschieht das bei uns mit dem Maibaumfest am 30. April. Klein und Groß kommen zusammen, singen und hören Lieder, essen, trinken, reden miteinander. Man sieht sich mal wieder. Die erste Bratwurst im Jahr für Viele. Das gibt´s in diesem Jahr nur zu Hause. Nicht nur der Maibaum, sondern auch noch die vielen anderen geplanten Vereinsfeste und kirchlichen Feiern in diesem Sommer werden vermutlich ausfallen.

Erst allmählich begreifen wir, wie tiefgreifend diese Krise unser gesellschaftliches Leben umgestaltet. In uns wehrt sich zum Glück Vieles. Wir verstehen zwar mit dem Verstand, aber mit dem Herzen ist es schwierig, das alles zu fassen. Das gesellschaftliche Leben wird auch, wenn wir nun wieder Gottesdienste feiern dürften, nicht so sein, wie zuvor. Die Regeln sind streng, so dass es für den Gottesdienst in unserer Kirche fast unmöglich bleibt. Wie es aussehen kann, muss erst in den kommenden Wochen noch genauer diskutiert und ausprobiert werden.

Wir wollen uns aber auch in Zukunft nicht verdrießen lassen. Ein Quartett von Bläserinnen und Bläsern hat Mailieder für uns aufgenommen. Sie erzählen von der aufblühenden Natur, von den geistlichen Erfahrungen zwischen Erde und Himmel, von der Liebe zur Heimat, von der Geselligkeit, der Liebe zueinander. 

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus,
da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus,
wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.
(Emanuel Geibel)

Die Reisewarnung für diesen Sommer wurde gerade verlängert. Der Liedtext erscheint wir ein Kontrast zur Wirklichkeit. Nichts wird es mit der weiten, weiten Welt, die in diesem Lied besungen ist. Auch wenn uns der Sinn, die Gedanken in die Ferne treiben mögen, das zu Hause wird unser Ankerpunkt bleiben. Vielleicht kann uns ein anderer Liedtext trösten:

Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein,
damit sich´s möge schicken, fröhlich im Geist zu sein.

Dass solche Fröhlichkeit nicht grundlos ist für uns, daran erinnert Martin Behm, der Dichter dieses Liedes von 1604, mit einer Erinnerung an Karfreitag und Ostern:

Die größte Lust zu haben allein an deinem Wort,
das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort.
(EG 501, Vers 3; Text: Martin Behm, Melodie: Johann Steuerlein 1575)

Wahren Trost – auch in dieser Zeit – wirkt der Blick auf Kreuz und Auferstehung Christi. Und die Musik, die dies und noch so manch andere Frühlingslust aufgreift. Die soll jetzt sprechen mit Bildern aus dem Frühling 2020 in und um Köditz.

 

Eine Anmerkung in eigener Sache nach über einem Monat häuslicher Isolation und Homepage-Präsenz:

Unsere Bildpräsentationen, die musikalischen Beiträge und unsere Hörstücke sind oft in kurzer Zeit oder aus dem Stegreif entstanden. Sie sind nicht immer perfekt. Aber sie sind von hiesigen Menschen für Menschen von hier und anderswo, die die Leidenschaft erkennen mögen, die wir hineinlegten.

Wir bedanken uns für Ihr bisheriges Interesse. Schauen Sie doch auch in Zukunft weiter vorbei!