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Konfirmation im Garten

Köditz feiert Konfirmation! In einem Festgottesdienst im Garten des Museums Alte Wagnerei werden fünf Konfirmandinnen und Konfirmanden konfirmiert. Da die Anzahl der Teilnehmer aufgrund der geltenden Auflagen auf 50 beschränkt ist, bieten wir den Familien und der Gemeinde hier eine Online-Andacht zur Konfirmation. Sie hören „Tut mir auf die schöne Pforte“, die Predigt, können in Gedanken das Glaubensbekenntnis mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden sprechen und hören den Konfirmationssegen. 

 

Zum Eingang

 

Glocken

Tut mir auf die schöne Pforte
Orgel: Dekanatskantorin Sophia Lederer, Gesang: Jonas Kaufmann.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Die schöne Pforte ist heute das Tor zum Garten in Gottes freier Natur. Wir feiern Konfirmation – für uns alle anders als gedacht, dennoch mit viel Herzblut bei aller Vorbereitung auf den heutigen Tag. Wir erinnern uns an den Tag der Taufe dieser jungen Menschen. Heute sind sie selbst gekommen, um den Glauben an Jesus Christus und den einen Gott zu bekennen. Lasst uns Gott danken und ihn bitten, dass er den weiteren Lebensweg dieser jungen Christen mit seinem Segen begleitet. 

 

Verkündigung


Predigt
– Röm 8,38-39

Liebe Gemeinde,
Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden,

mein Glaube ist wie ein Schiffchen auf dem weiten Meer. Er liebt die Weite. Er ist grenzenlos. In ihm kann ich ungeahnte Freiheiten genießen.

Mein Glaube ist wie ein Schiffchen auf dem weiten Meer. Manchmal fühle ich mich allein – in eine Schieflage geraten aufgrund einer heftigen Böe. In Angst davor, in der Tiefe zu versinken.

Mein Glaube ist immer da.

Als ich konfirmiert wurde, hätte ich das nicht so geschickt in Worte fassen können, wie jetzt. Aber ich meine so ein Gefühl war schon damals da: Es ist dieser Glaube, der dich durchs Leben trägt.

Freilich: Da ist auch die Familie, die mitträgt. Da sind Freunde, denen ich wichtig bin. Da ist ein Beruf, der mich erfüllt. Das alles ist wirklich auch wichtig für ein Leben in Zufriedenheit.

Aber es gibt offene Fragen: Wo geht meine Lebensreise hin? Ich sehe immer nur die nächsten paar Schritte. Was hält meine Freude am Beruf wach? Wie werden Freunde, Familie sich verändern und wo bleibe ich in der Zeit?

Paulus schreibt einen Freundschaftsbrief. Der war zwar ursprünglich an die Römer adressiert. Aber diese Worte gelten auch uns. Paulus kannte die Römer, an die er schrieb, nicht, so wenig wie er ahnte, dass wir zweitausend Jahre später noch Kraft aus seinen Worten schöpfen.

Ich bin gewiss. schreibt er. Das ist mir sympathisch. Voller Kraft ist das, was folgt: Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist.

Das gefällt mir, denn das heißt für mich: Ich segle nicht allein auf dem weiten Meer. „Uns“ kann nichts scheiden. Wir sind gemeinsam unterwegs. Wir sind gewiss, dass wir in der Liebe Gottes bleiben. Das, was uns von gestern her belastet, die Sorge für das, was morgen wieder zu tun ist – ich muss sie nicht allein bewältigen. Gott ist dabei, auch wenn ich seine Nähe nicht spüren sollte.

Das ist jetzt vollmundig von mir gesprochen. Auch die Worte des Paulus sind vollmundig gesprochen. Die Konfirmanden würden zurecht eine kritische Frage stellen: Glauben Sie das eigentlich wirklich, Herr Pfarrer? Auch Paulus stellte solche Fragen.

Es ist immer gut, sich in Frage zu stellen und Fragen zu stellen und nicht gleich alles zu glauben, was einem der Pfarrer auftischt, was einem die Eltern oder die anderen Erwachsenen sagen.

Braucht´s die Kirche wirklich noch, Herr Pfarrer? Da gehen doch sowieso nur noch ein paar Alte rein! Glauben Sie das eigentlich wirklich alles, was in der Bibel steht?  – diesen kritischen Fragen sind wir im vergangenen Jahr nachgegangen. Ich will versuchen, ein paar Antworten von mir zu geben.

Bei mir ist es die Gemeinschaft im Schifflein meiner Kirche. Die habe ich immer gespürt. Als Jugendlicher auf Freizeiten, als Student an ganz verschiedenen Orten mit den unterschiedlichsten Menschen, als Pfarrer in den Gemeinden, in denen ich arbeiten durfte. Freilich, es gibt überall Menschen, mit denen man jetzt nicht ein Herz und eine Seele sein wird, aber es gibt immer welche, mit denen man sich versteht und den Geist Gottes am Wirken spüren darf.

Im Schifflein meiner Kirche war es immer wichtig, dass ich mich einbringen konnte mit meiner Kreativität, meinen Ideen und meiner Gestaltungskraft. Gerade jetzt ist so eine Phase, in der fast nichts so bleibt, wie es noch bis vor wenigen Wochen war. Man könnte jetzt darüber jammern, aber es besteht für mich gar kein Grund dazu. Es ist vielmehr so, dass sich auf einmal mit Hingabe und einiger Begeisterung Menschen einbringen, von deren vielfältigen Gaben wir ganz erstaunt sind. Das weckt auch neue Freude in mir.

Im Schifflein meiner Kirche des Glaubens an den einen Gott gibt es auch Beziehungen und Freundschaften, die mich tragen. Da sind zuerst die, die mir von je her wichtig waren und noch sind – die Familie. Dann aber auch all diejenigen, die in immer neuen Lebensphasen mein Herz berührt haben, mit denen ich meine Lebenszeit geteilt habe. In all diesen Beziehungen aber war mir noch eines wichtig, was über diese selbst hinausgeht: Beziehungen können scheitern, der Tod kann uns liebe Menschen viel zu früh nehmen, Krankheit kann unser Leben trüb machen. Die Liebe Gottes bleibt dennoch. Sie ist eine unverbrüchliche Beziehung und immer da. 

Das sind jetzt Antworten Eures Pfarrers. Ihr müsst und werdet Eure eigenen finden im Leben und im Glauben, zur Gemeinschaft der Christen. Mir ist nicht bange für das Schifflein meines und Eures Glaubens, auch wenn wir viele offene Fragen haben.

Der Glaube ist trotzdem da und bleibt. Er ist mir geschenkt. Gefeiert haben wir das Geschenk des Glaubens in der Taufe, auch in Eurer Taufe, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden. Das Schifflein des Glaubens wurde angeschubst und aufs Meer des Lebens gesetzt. Es ist schon ein Stück gefahren in Begleitung. Jetzt darf es sich in Zukunft noch etwas freier bewegen.

Natürlich kann man auch aussteigen. Das geht immer. Doch da ist nur Wasser draußen und die Tiefe des Meeres. Vielleicht ist da noch die Hoffnung, eine Schiffsplanke, die Meer treibt, zu erwischen, die Rettung verspricht. Aussteigen geht immer.

Das Bild dieses Glaubensschiffleins ist von Martin Luther. Er sagt: Auch wenn Du aussteigst, dein Schifflein fährt weiter auf dem Meer. Was immer du suchst an Rettung im uferlos weiten Meer der Zeit – wisse: Dein Schifflein fährt weiter. Es allein wird dich zum Leben führen. Es ist allemal einfacher, du kehrst zurück ins Schifflein des Glaubens. Denn dort bist du gewiss, dass du in den Fluten des Meeres nicht versinkst.

Der rettende Strohhalm ist nicht eine andere Welt, sondern diese Welt, in die du hineingestellt bist. Die Rettung ist schon da. Es ist dein Glaube an den Gekreuzigten und auferstandenen Christus. Er ist dir geschenkt. Gottes Liebe ist gewiss.

Darum schreibt Paulus den unbekannten Freunden: Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Die Liebe Gottes ist in Jesus Christus. Mein Scheitern hat einen Ort. Die Trauer um liebe Angehörige und Freunde hat ein Ziel – wir können zu ihm beten. Ich bin gewiss: Heißt darum für mich: Ich muss nichts selbst leisten für Gott. Es reicht, dass ich Ich bin.

Ich bin gewiss. Das werdet ihr heute bekennen, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden. Was immer ihr tut, wo immer euch das Leben hinbringen wird: Dieses Schifflein des Glaubens fährt durch alle Winde auf rauer See und in ruhigem Gewässer, selbst wenn ihr den Mut habt, auszusteigen, es wird noch da sein, jederzeit dazu bereit, euch wieder aufzunehmen.

Die Kirche wird auch noch da sein. Dieses Schifflein ist auch ein Zeichen für sie. Die Kirche steht für die Gemeinschaft der Christen hier am Ort und in der Welt. Sie braucht frische kreative Ideen und Veränderung – und darum einen jeden, der sich einbringen will.

Wisse stets: Du gehörst schon jetzt dazu. Sag heute dein Ja!

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Bekenntnis und Segen

 

Glaubensbekenntnis
Lasst uns mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden unseren christlichen Glauben bekennen:

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

 

Bitte um den Heiligen Geist
Nachdem die Konfirmandinnen und Konfirmanden ihr Ja zum dreieinigen Gott bekräftigt haben, bitten wir für Sie um den Heiligen Geist:

Guter Gott,
sende herab deinen heiligen Geist,
damit diese jungen Christen,
die wir heute unter deinen Segen stellen,
deine Kraft erfahren,
im Glauben wachsen,
in der Liebe bleiben
und gestärkt werden für ihr Leben.
Lass sie hinausgehen in die Welt als freie Christen,
und dir nachfolgen,
so wie einst die Jüngern an Pfingsten.
Amen. 

 

Konfirmationssegen
Die Konfirmandinnen und Konfirmanden empfangen den Segen Gottes:

Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist
gebe Dir seine Gnade
Schutz und Schirm vor allem Bösen
Stärke und Hilfe zu allem Guten
auf dass du bewahrt wirst zum ewigen Leben.
Amen.

Glocken

 

Zwei Lieder aus dem Gottesdienst

Let us break bread together on our knees

 

Nun danket alle Gott

 

 

Der ganze Konfirmationsgottesdienst

Dauer: 50 Minuten
Dekanatskantorin Sophia Lederer (Keyboard, Gesang), Jonas Kaufmann (Gesang), Tobias Schwarz (Technik und Aufnahme), Vertrauensfrau Michaela Wilfert, Pfarrer Michael Grell. 

Unser besonderer Dank gilt dem Verein Historia Köditz e.V. für die freundliche Unterstützung und die Bereitschaft, den Garten zur Verfügung zu stellen.

Wir wünschen allen ein frohes Pfingstfest und den Konfirmierten einen erfüllten Festtag!