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Kerwagottesdienst

Den Gottesdienst zur Kirchweih feiern wir am Samstagabend in mehreren Stationen um die St. Leonhardkirche herum. Den Gottesdienst dokumentieren wir hier.

 

„Ein ganz besonderer Gottesdienst!“
„Danke für den schönen Kerwagottesdienst“

 

Zum Eingang

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser!
Mit diesen Worten von Charlie Chaplin grüßen wir Sie herzlich zu unserem etwas anderen Gottesdienst am Kerwa-Samstag. Ja, nüchtern betrachtet stimmt es wohl, dass wir an den entscheidenden Wegstrecken des Lebens keine Wegweiser im Sinne von Schildern mit Pfeilen finden. Aber dennoch hoffen und glauben wir, dass wir auch in diesen Situationen nicht allein gelassen sind. Und so begeben wir uns heute auf eine symbolische Wanderschaft an unserem Kirchlein entlang zu Mut machenden Elemente unseres Glaubens. Möge Gott uns darin begegnen und segnen! Amen.

 

Wegekreuz
Wege.
Wege aus Norden und Süden, Osten und Westen.
Was mag sich hier an der Kreuzung schon alles zugetragen haben?

Menschen zogen ihren Weg friedlich.
Handelsreisende, Postreiter, Pilger.
Menschen auf der Durchreise.
Kriegsheere, Soldaten, zwielichtige Gestalten.
Menschen, die Unruhe ins Dorf brachten.
Bauern, Viehherden, Kinder auf dem Weg zur Schule.
Menschen, die hier heimisch waren. 

Ein Ort der Geschäftigkeit.
Ein Ort der Flüchtigkeit.
Ein Ort der Begegnung.
Alltagsort.
An diesem Ort bildete sich ein Kreuz.
Ein Wegekreuz.
Ein Ort, an dem es Wegweiser brauchte,
damit man nicht den falschen Weg wählte.

An diesem Ort steht unser Kirchlein.
Ein Ort der Ruhe und Stille im Lärm der Zeit.
Ein Ort der Wegweisung.
Ein Ort des Kreuzes.
Nicht nur Nord und Süd, Ost und West
kreuzen sich an diesem Ort.
Auch Himmel und Erde kreuzen sich.
Und in ihrem Zentrum
Jesus Christus.
Christus als Wegweiser.
Ich bin der WEG, die WAHRHEIT und das LEBEN.

Menschen auf dem Weg.
Menschen auf der Suche nach Wahrheit.
Menschen auf dem Weg ihres Lebens.
Mit Fragen, Zweifeln und Sorgen im Gepäck.

Reise zum Leben.
Suche nach dem wahren Leben.
Reise zu Gott.
Herr, wohin sollen wir gehen?

 

Gebet zum Eingang

Wir gehen, Herr. Oft wissen wir nicht, wohin.
Wir sind unterwegs, Herr. Oft wissen wir nicht, wozu.
Wir sind auf der Suche, Herr. Oft wissen wir nicht, warum.

Wir gehen und schreiten aus.
Unser Leben spult ab wie ein Faden.
Meter für Meter, Schritt für Schritt. Nur du kennst das Ende.

Herr, zeige uns die Richtung.
Weise uns den Weg, den wir gehen müssen.
Bewahre uns vor Umwegen. Verschone uns vor Irrwegen.

Ermuntere uns, wenn wir müde sind.
Hilf uns, wenn wir fallen.
Sei am Ziel unseres Weges, Herr, wenn wir ankommen.

Amen.

 

Lied EG 264,1-3 – Die Kirche steht gegründet

Die Kirche steht gegründet allein auf Jesus Christ,
sie, die des großen Gottes erneute Schöpfung ist.
Vom Himmel kam er nieder und wählte sie zur Braut,
hat sich mit seinem Blute ihr ewig angetraut.

Erkorn aus allen Völkern, doch als ein Volk gezählt,
ein Herr ist’s und ein Glaube, ein Geist, der sie beseelt,
und einen heilgen Namen ehrt sie, ein heilges Mahl,
und eine Hoffnung teilt sie kraft seiner Gnadenwahl.

Schon hier ist sie verbunden mit dem, der ist und war,
hat selige Gemeinschaft mit der Erlösten Schar.
Mit denen, die vollendet, zu dir, Herr, rufen wir:
Verleih, dass wir mit ihnen dich preisen für und für.

 

Aufbruch zum Kirchplatz

 

Verkündigung

 

Lesung

Hört die Lesung für den heutigen Gottesdienst. Sie steht im 1. Korintherbrief, im 3. Kapitel, die Verse 9 bis 17:

Wir sind Gottes Mitarbeiter;
ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau.
Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist,
habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister;
ein anderer baut darauf.
Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.
Einen andern Grund kann niemand legen
außer dem, der gelegt ist,
welcher ist Jesus Christus.

Wenn aber jemand auf den Grund baut
Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh,
so wird das Werk eines jeden offenbar werden.
Der Tag des Gerichts wird es ans Licht bringen;
denn mit Feuer wird er sich offenbaren.
Und von welcher Art eines jeden Werk ist,
wird das Feuer erweisen.
Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat,
so wird er Lohn empfangen.
Wird aber jemandes Werk verbrennen,
so wird er Schaden leiden;
er selbst aber wird gerettet werden,
doch so wie durchs Feuer hindurch.
Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid
und der Geist Gottes in euch wohnt?
Wenn jemand den Tempel Gottes zerstört,
den wird Gott zerstören,
denn der Tempel Gottes ist heilig – der seid ihr.

 

Glaubensbekenntnis

 

Lied EG 362,1-2 – Ein feste Burg

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind mit Ernst er’s jetzt meint,
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
es streit‘ für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten.

 

Predigt

 

Liebe Gemeinde,

ein Grund ist gelegt. In zahlreichen Grundsteinen ist dieser Spruch des Paulus aus dem Korintherbrief selbst verbaut. In einer Zeitkapsel ist er eingeschlossen, um zu späteren Generationen neu zu sprechen. Es ist da etwas, das bleibt – durch alle Zeiten hindurch. Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Unsere Kirche selbst ist ein Zeichen für den Herrn der Welt – mitten in unserem Dorf. Sie steht vermutlich auf einem felsigen Untergrund. Sie hat die Zeiten überdauert und ist die gleiche geblieben. Sie hat Bestand auch in unsicheren Zeiten. In ihr kann man Zuflucht finden. In ihr kann man Gott in besonderer Weise nahe sein. In ihr erfahren wir Gemeinschaft im Glauben.

Doch so alt die St. Leonhardkirche und ihre sie umgebende Mauer auch sind. Es gab wohl noch keine Generation, die selbst nicht Hand angelegt hätte, um an ihr oder in ihr etwas zu verändern. Und sei es nur darum, um zu erhalten, was einmal errichtet worden ist. Oder sei es darum, das Eigentliche an ihr wieder besser zur Geltung zu bringen.

Soll die Mauerabdeckung mit Biberschwänzen oder mit Schieferplatten erfolgen. Was war ursprünglich? Kann man das überhaupt aus den alten Schriften herauslesen – Bilder gab es ja noch nicht. Ist das überhaupt wichtig?

Was aber ist dann wichtig? Das, was Bestand hat und schon immer so war und darum auch so bleiben soll? Kann überhaupt etwas immer so bleiben wie es war?

An der Kirche gibt es Anbauten aus Stein und aus Holz. Ganz früher ging man durch die Holzdecke im Chorraum der Kirche in das Kirchendach. Später erst wurde der Zugang über den hölzernen Vorbau angelegt. So ist es mit der Gemeinde, sagt Paulus. Einer legt den Grund. Der nächste baut darauf. Noch ein anderer baut nochmal anders daran. Doch ein jeder sehe zu, wie er darauf baut.

Was ist das entscheidende Kriterium? Egal, welches Material der Bauherr verwendet: Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh – es muss alles dem richtenden Blick Gottes standhalten. Egal, ob es wertvoll ist oder im Feuer schnell in Flammen aufgeht. Es bleibt bloßer Schein, wenn nicht der Bezug zum Grund vorhanden ist.

Ein Grund ist gelegt: Jesus Christus. Gott ist in Jesus Christus als Mensch zu uns gekommen. Er wohnt nicht nur in einem Tempel oder einer festen Burg. Nein, diese feste Burg ist vielmehr ein Zeichen für unseren Glaubensgrund: Jesus Christus. Er ist gelegt für uns. So wendet Gott sich uns zu. Persönlich.

Wir sind Kirche. Wir sind Mitarbeiter Gottes. Wir sind Gemeinde Jesus Christi an unserem Ort. Wir haben einen festen Grund, einen festen Ort hier an unserer St. Leonhardkirche. Aber wir waren und sind – gerade in diesem Jahr – extrem herausgefordert – wie vielleicht noch selten in der Geschichte dieses über fünf Jahrhunderte alten Bauwerkes eine Gemeinde es war. Nicht im Haus Gottes feiern wir Kirchweih, sondern als wanderndes Gottesvolk, etwas heimatlos geworden, draußen vor den Mauern. Kalt ist es, auch ein bisschen feucht, aber wir sind trotzdem hier.

So wie an einem Kirchengebäude verschiedene Gewerke mitbauen, damit ein Ganzes daraus wird, so bauen auch Viele an einer Gemeinde mit. Dabei ist es unwichtig, wer eine Idee eingebracht hat oder wer mehr oder Größeres geleistet hat. Entscheidend ist, was der Erbauung der Gemeinde dient. Manchmal ist es sogar wichtiger, seine eigenen Ansichten um der Sache willen hinten anzustellen.

Dabei kommt es auch darauf an, unterschiedliche Beiträge, die eingebracht werden, nebeneinander gelten zu lassen. Am Ende entscheidet Gott allein, wie wertvoll und unverzichtbar ein Beitrag ist. Es liegt nicht in unserer Hand, was in geistlichen Dingen zur Erbauung der Gemeinde dient.

Wir sind die Mitarbeiter Christi. Durch unserer Hände Werk erneuert sich die Kirche Jesu Christi an unserem Ort. Der Grund bleibt gelegt in seinem Leben, seinem Wirken und seiner Auferstehung. Unsere St. Leonhardkirche leuchtet heute als Zeichen seiner Gemeinschaft an diesem Ort besonders. Lasst uns in diesen dunklen Zeiten, einander solche Lichtzeichen sein, an denen der Grund unseres Glaubens sichtbar bleibt. Auch wenn wir etwas ortlos geworden sind als größere feiernde Gemeinde. Lasst uns auf dem Weg als wanderndes Gottesvolk beieinander bleiben und uns mit unseren Ideen und Gaben bereichern. Denn wir alle sind die lebendigen Steine am Haus Gottes.

Amen.

 

Musikstück

 

Aufbruch zum Kirchvorplatz

 

Gebet und Segen

 

Segnender Christus

Seit einigen Jahren hängt er nun schon da.
Unaufdringlich.
Leicht zu übersehen.
Und doch ist er da.
Für mich ein Symbol von Heimat.
Der segnende Christus.

Er begleitet uns,
wenn wir durch diesen Aufgang gehen,
wenn wir in die Kirche hineingehen
und auch, wenn wir wieder aus ihr hinaustreten.

Ja, es ist eine Skulptur.
Aber: ist es nicht mit dem wahren Christus genauso?
Er begleitet uns.
Steht an unserer Seite.
Unaufdringlich.
Und doch immer da.
Mit seinem Segen,
mit seiner Nähe,
mit seiner Vergebung.
An den Durchgängen unseres Lebens.
Überhaupt in unserem Leben.

Wegbereiter zu Gott.
Weg, Wahrheit und Leben.
Grund unter unseren Füßen.
Licht auf unserem Weg.
Schutz und Schirm vor allem Bösen.
Stärke und Hilfe zu allem Guten.

Durch ihn steht uns der Himmel offen.
Weiter Raum.
Unsere Seele atmet.
Segen, der leben lässt.
Segen, der trägt und hält.
Segen, der stärkt und Mut macht.
Segen, der geteilt werden will.
Segen, der uns ankommen lässt.

Aufgehoben in Gott.
Heimat.

 

Fürbittengebet

Unser Gott,
wir danken dir für die Vielfalt der Gaben in unserer Gemeinde,
für alle, die sich mit Ideen und Engagement einbringen,
für die Menschen, die unser Leben bereichern.
Wir bitten dich,
lass uns miteinander an deiner Kirche bauen,
lass uns offen bleiben für Veränderung,
und Bewährtes schätzen.

Unser Gott,
wir bitten dich für unsere St. Leonhardkirche,
lass sie gerade in diesen Zeiten einen Ort der Ruhe bleiben,
in dem wir deine Zuwendung erfahren,
in Jesus Christus, in dem du uns nahe kommen willst,
und im Hören auf dein Wort.

Unser Gott,
wir bitten dich für die Menschen, die in diesen Tagen die Verantwortung für schwierige Entscheidungen tragen,
lass sie mit Mut die richtigen Schritte finden,
die uns und unser Land vor Unheil bewahren.
Schenke Gemeinschaft und Gemeinsinn
auch über Generationen hinweg.

Unser Gott,
wir bitten dich für die Menschen, die am Sinn des Lebens verzweifeln,
stifte in ihnen neu die Hoffnung und Zuversicht in das Leben,
wir bitten dich für die Kranken und Einsamen,
zeige ihnen Wege zu anderen Menschen und lass sie deine Nähe auch außerhalb der festen Mauern einer Kirche spüren,
wir bitten dich für die Trauernden,
wische ihre Tränen ab und lass sie wahren Trost erfahren.

Unser Gott,
wir bitten dich,
erhalte uns bei deinem heiligen und einen seligmachenden Wort und lieben Frieden,
behüte das liebe Kirchlein und Gotteshaus,
auch die ganze ehrbare Gemeinde Köditz
vor Wasser, Brand und Feuersnot
und allem Übel bis ans Ende der Welt.
Amen.

(Letzte Fürbitte aus einer alten Bibel der Gemeinde von Pfarrer Wilhelm Dietrich, 1670)

Vaterunser

 

Sendung und Segen

Möge Gott Euch segnen auf eurem Weg zu ihm.
Möge er euch feste Schritte geben
in der Nachfolge Jesu.
Und die Gewissheit, dass er Euch immer nahe ist.

So geht nun in diesen Abend,
in dieses Kirchweihfest
und in die neue Woche
unter dem Segen unseres Herrn!

Der Herr segne euch und behüte euch.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch + Frieden.

 

Lied EG 473,1.2.4 – Mein schönste Zier

Mein schönste Zier und Kleinod bist
auf Erden du, Herr Jesu Christ;
dich will ich lassen walten
und allezeit in Lieb und Leid
in meinem Herzen halten.

Dein Lieb und Treu vor allem geht,
kein Ding auf Erd so fest besteht;
das muss ich frei bekennen.
Drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not
von deiner Lieb mich trennen.

Der Tag nimmt ab. Ach schönste Zier,
Herr Jesu Christ, bleib du bei mir,
es will nun Abend werden.
Lass doch dein Licht auslöschen nicht
bei uns allhier auf Erden. 

 

Wir danken dem Team von „Black-Events“ für die Beleuchtung der Kirche und die Technik. Nicht nur an diesem Abend waren sie zur Stelle, im gesamten Sommerhalbjahr haben sie die besonderen Gottesdienste im Hintergrund begleitet und für einen reibungslosen Ablauf und stimmungsvolle Gottesdienste gesorgt.