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Jubelkonfirmation am 13. Juni

Ein Tag der Freude und des Dankes. Zur Jubelkonfirmation der Diamantenen, Eisernen, Gnadenen und Kronjuwelenen Jubilare aus den Jahren 2020 und 2021 hören Sie hier einen kurze Andacht mit der Predigt aus dem Gottesdienst und musikalischen Beiträgen.

 

 

Dekanatskantorin Sophia Lederer, Gesang Jonas Kaufmann, Pfarrer Michael Grell.
Aufnahmen und Schnitt: Tobias Schwarz, Michael Grell.

 

 

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

 

Liebe Gemeinde, liebe Jubilare,

„die Krankheit haben wir überstanden. Aber zwischendurch waren wir richtig lange krank. Es ist immer noch nicht wie vorher. “ – Immer wieder haben wir das gehört von denen, die Covid-19 durchmachten. Viele von ihnen freuen sich heute mit allen anderen wieder feiern zu können und auf eine Erfahrung zurückblicken zu dürfen, die herausgefordert hat, die man aber auch bestanden hat.

Nicht allen war das vergönnt. Auch bei uns sind einige an der Krankheit verstorben. Seit der letzten Jubelkonfirmation sind aus Ihren Reihen Angehörige gegangen. Trotzdem sind wir heute hier mit all unseren Gefühlen, unserer Trauer, um in diesem Gottesdienst Gottes Liebe und Treue neu zu erfahren.

Hört als Predigtwort ein Wort der Zuversicht aus dem Römerbrief im 5. Kapitel. Paulus schreibt:

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.

Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung. Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

 

Liebe Jubilare, liebe Gemeinde,

dieses Wort von Paulus erinnert uns daran, dass das Leben im Glauben uns nicht immer auf gerade Wege führt. Gottes Wege mit uns können verschlungen sein. Vielleicht haben sie in einer Situation wie die Erkrankten erfahren, dass sie bewahrt wurden. Etwas hat ihnen Halt gegeben in schwerer Zeit. Aber das ging nicht sofort von einem auf den anderen Moment, sondern allmählich erst wurde es besser. Bedrängnis, Geduld, Bewährung, Hoffnung. Paulus beschreibt es mit einer Kette von Worten, die diesen Weg beschreiben.

Im vergangenen Jahr fühlten wir uns bedrängt und brauchten viel Geduld. Die Jubelkonfirmation konnte gar nicht gefeiert werden. Daher sind einige aus dem vergangenen Jahr in diesem Jahr unter uns. Wir waren viel zu Hause und wenig in Gesellschaft. Wir haben miteinander in Kontakt gestanden, aber öfters nur einander gehört als uns zu sehen. Das war eine Zeit der Entbehrung, denn gerade das nebenbei gesprochene Wort, das uns auf Freud und Leid unseres Nächsten aufmerksam gemacht hätte, haben wir viel zu selten wahrnehmen können. Ein kurzes, aufmunterndes Wort konnte so nicht gesprochen werden, Freud und Leid nicht miteinander geteilt werden.

Die Hoffnung wollten wir trotzdem nicht aufgeben. Aber woher kommt die Hoffnung, von der Paulus spricht?

Der Apostel sagt: Sie kommt aus der Liebe Gottes. Diese Liebe fließt in unsere Herzen und durchströmt so den ganzen Menschen neu. Diese Liebe Gottes ist uns mit der Taufe geschenkt worden. Heute erinnern Sie sich an Taufe und Konfirmation und mithin daran, dass auch über Sie der Geist Gottes, diese Liebe Gottes fließt, immer wieder neu.

Bei Ihrer Konfirmation haben Sie Ihr Ja zu diesem Gott der Liebe gesagt. Er hat zuvor seinen Bund gestiftet und zugesagt, auch in schweren Zeiten für uns da zu sein. Sein Wort gilt auch noch dann, wenn wir daran zweifeln oder an uns selbst verzweifeln. Daran erinnern wir heute zuerst, wenn wir unserer Konfirmation gedenken. Auch in Krankheit und Leid bleibt Gott der Gott an unserer Seite.

Freilich: Es gibt auch Momente, da spüren wir davon wenig oder nichts, dass Gott da ist. Da klagen wir ihm unser Leid. Aber dann hilft uns ein Gebet oder es ist ein Liedvers, eine Melodie, die uns neu bewegt oder einfach nur zur Ruhe bringt. Da ist ein Bibelwort oder ein Wort, das uns ein lieber Mensch im Guten zuspricht. Da ist ein Mensch, der unverhofft eine Einladung ausspricht und damit zeigt: Du bis mir wichtig.

Das mag nicht immer alles Leid genommen haben. Der Tod eines lieben Angehörigen gehört immer zu unserem Leben dazu. Aber es mag im besten Sinne unsere Stimmung, ja unseren Blick verändert haben und uns in aller Bedrängnis ein wenig Hoffnung geschenkt haben.

Paulus spricht nicht davon, dass wir ausgeglichene Menschen würden, sondern vielmehr davon, dass wir das unvermeidbare in unserem Leben annehmen können und in einem neuen Licht sehen lernen. Im Lichte der Hoffnung des Christus, der für uns gestorben und auferstanden ist.

Darauf vertrauen wir. Das schenkt uns neue Hoffnung, eine Hoffnung, die uns nicht enttäuschen wird, weil sich in ihr das Licht der Auferstehung bricht, jener wunderbaren Zusage, die wir in unserer Taufe und Konfirmation schon zugesprochen bekamen und die heute für Sie erneuert werden soll.

Die Erfahrungen mit den Erfahrungen im Glauben und Leben prägen uns. Sie bleiben unsere eigenen Erfahrungen. Manche von Ihnen teilen wir gerne mit anderen. Andere behalten wir für uns und es muss der rechte Moment kommen, dass wir darüber ins Gespräch kommen oder richtige Mensch, dem wir uns aufschließen wollen. So ist aber jeder solche Moment kostbar, auch wenn er nur selten geschieht. Manchmal sind es die ganz kleinen Momente, die diese Wendung bringen, von der Paulus spricht. Es sind aber Momente, die das Leben erneuern, weil wir in die Lage versetzt werden, es in einem anderen Licht zu sehen.

Wenn wir das erlebt haben, dürfen wir Gott loben und rühmen für den Frieden, den wir gefunden haben. So wie diejenigen, die Gott danken, dass sie die Krankheit, das Leiden, glücklich überstanden haben. So wie die, die in der Trauer um einen geliebten Menschen erfahren haben, dass das Leben für sie noch glückliche Momente bereit hält.

Heute ist so ein Tag, an dem wir Gott danken und ihn rühmen dürfen für seine Gnade und für den Frieden, den wir erfahren. Für den Frieden wollen wir danken, in dem wir diesen Festtag begehen können und für die Freiheit, in der wir miteinander auch in schwierigen Zeiten feiern dürfen.

Auch wenn manches nicht so ist, wie wir das Feiern gewohnt sind, ist Gott doch auch hier an diesem Ort bei uns. Er gießt aufs Neue seinen Geist aus und seine Liebe in unsere Herzen. Amen.