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Gottesdienst am 9. August

An einem der heißesten Tage des Jahres feiern wir Gottesdienst mit Lektorin Ingrid Schwarz, natürlich im Garten. Wer zu Hause oder in der Ferne mitfeiern will, kann den Gottesdienst zum 9. Sonntag nach Trinitatis hier mitlesen und die Predigt anhören.

 

Zum Eingang 

Orgelvorspiel

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.
Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geist.

Ich begrüße Sie alle ganz herzlich zu unserem Gottesdienst am 9. Sonntag nach Trinitatis. Hier im Garten der alten Wagnerei in Köditz und daheim in den Häusern. 

Der Wochenspruch steht geschrieben im Lukasevangelium im Kapitel 12, Vers 48b.
Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.

Der heutige Sonntag hat das Thema „Anvertraute Gaben“. Wir sollen unsere Talente nicht vergraben, sondern sie einsetzen für andere Menschen und für diese Welt. So geben wir ein Zeugnis unserer Hoffnung, dass Gottes Reich schon mitten unter uns beginnt.

Wir feiern nun diesen Gottesdienst als Gemeinde – gemeinsam. Gott segne diesen Gottesdienst.

 

Wir singen das Lied 295, die Verse 1-4

Wohl denen die da wandeln vor Gott in Heiligkeit,
nach seinem Worte handeln und leben allezeit:
die recht von Herzen suchen Gott und seine Zeugnis halten,
sind stets bei ihm in Gnad.

Von Herzensgrund ich spreche: Dir sei Dank allezeit,
weil du ich lehrst die Rechte deiner Gerechtigkeit.
Die Gnad auch ferner mir gewähr; ich will dein Rechte halten,
verlass mich nimmermehr.

Mein Herz hängt treu und feste an dem, was dein Wort lehrt.
Herr, tu bei mir das Beste, sonst ich zuschanden wird.
Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig laufen
den Weg deiner Gebot.

Dein Wort, Herr, nicht vergehet, es bleibet ewiglich,
so weit der Himmel gehet, der stets beweget sich;
dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit gleichwie der Grund auf Erden,
durch deine Hand bereit
.

 

Wir beten zusammen Psalm 63:

Gott, du bist mein Gott, den ich suche.
Es dürstet meine Seele nach dir,
mein ganzer Mensch verlangt nach dir,
aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.

So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum,
wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit.
Denn deine Güte ist besser als Leben;
Meine Lippen preisen dich.

So will ich dich loben mein Leben lang
und meine Hände in deinem Namen aufheben.
Das ist meines Herzens Freude und Wonne,
wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann;
wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich,
wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.

Denn du bist mein Helfer,
und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.
Meine Seele hängt an dir;
deine rechte Hand hält mich.

Amen.

Gebet des Tages
Herr Gott, himmlischer Vater,
du nimmst Menschen in deinen Dienst.
Wir bitten dich:
Gib, dass wir uns deinem Ruf nicht entziehen,
wenn du uns brauchst.
Lass uns das Ziel im Auge behalten, das du uns setzt.
Durch unseren Herrn Jesus Christus.
Amen.

 

Verkündigung

Lesung 
Die Lesung für den heutigen Sonntag steht geschrieben im Matthäusevangelium, Kapitel 13, die Verse 44-46:

Das Himmelreich ist gleich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn; und in seiner Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker.

Abermals ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und das er eine köstliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

Dies sind die Worte der heiligen Schrift. Der Herr segne sein Wort an uns durch die Kraft seines heiligen Geistes. Amen.

Glaubensbekenntnis
Lasst uns zusammen unseren christlichen Glauben bekennen:

Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erden.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

 

Wir singen zusammen das Lied 654, V 1-4

Die Erde ist des Herrn,
geliehen ist der Stern, auf dem wir leben.
Drum seid zum Dienst bereit,
gestundet ist die Zeit,
die uns gegeben.

Gebrauche deine Kraft,
denn wer was Neues schafft, der lässt uns hoffen.
Vertraue auf den Geist,
der in die Zukunft weist.
Gott hält sie offen.

Geh auf den andren zu.
Zum Ich gehört ein Du, um Wir zu sagen.
Leg deine Rüstung ab.
Weil Gott uns Frieden gab,
kannst du ihn wagen.

Verlier nicht die Geduld.
Inmitten aller Schuld ist Gott am Werke.
Denn der in Jesus Christ
ein Mensch geworden ist,
bleibt unsre Stärke
.

 

Predigt

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde,
versetzen wir uns gedanklich mal ganz viele Jahre zurück. So ungefähr 627 – 586 Jahre vor Christus. Wir befinden uns in der Zeit der Zerstörung Jerusalems durch den König Nebukadnezzar. Mitten in der Zeit des Untergangs Juda.

In dieser Zeit wirkte der Prophet Jeremia. Er verkündigt die Zerstörung Jerusalems an. Keine leichte Aufgabe. Es war für Jeremia bestimmt nicht ganz einfach diese Prophezeiungen weiterzugeben. Er hatte keine Rückendeckung. Er hatte nur Gottes Wort, das er weitergeben sollte. Er hatte eine Berufung. Er sollte Gottes Wort einfach nur weitergeben.

Gottes Wort weitergeben kann leicht sein, es kann leicht sein, wenn ich mich hier hinstelle und eine Predigt halte. Der geschützte Raum einer Kirche, wohlgesonnene Menschen, die freiwillig heute Morgen hierhergekommen sind. Der Gottesdienst als friedliches Zusammensein, Sonntag für Sonntag. Kein Risiko, jedenfalls nicht hier.

Aber es kann auch schwer sein, denn es kann mit deutlichen Gefahren verbunden sein. Insofern spricht das Bibelwort, das heute Morgen zur Auslegung vorgeschlagen wird, das Thema Berufung, Gottes Wort seine Weisungen weitergeben, uns konkret an. Es geht heute um die Berufung des Propheten Jeremia, aber auch um die Berufung jeden einzelnen von uns.

Hören wir aus dem Buch des Propheten Jeremia im 1. Kapitel:

Und des HERRN Wort geschah zu mir:
Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.

Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung.

Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: Ich bin zu jung, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete.

Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR.

Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.

Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

Soweit der heutige Predigttext. Lasst uns in der Stille um den Segen des Wortes Gottes beten.

Stille

Herr, öffne unsere Herzen und Ohren für Dich und Dein Wort und tu meine Lippen auf, dass ich deinen Ruhm verkündige. Amen.

Was ist Berufung?

Bei dieser Frage bin ich spontan mit meinen Gedanken bei unserem Lektorenkurs hängen geblieben, der ja noch nicht so lange her ist. 23 Personen haben sich entschlossen die Lektorenausbildung zu machen, ja wir waren davon überzeugt, das Lektorenamt auszuüben und uns dazu ausbilden zu lassen. Jeder von uns hatte so seine eigene Überzeugung davon, das zu tun. Ja, eigentlich eine Berufung dazu, die über längere Zeit bei jedem gewachsen war.

Aber als es dann soweit war, kam dann doch bei dem einen oder anderen, auch bei mir, die Frage auf: Kann ich das denn? Darf ich das denn? Bin ich dazu geeignet? Eigentlich genauso wie bei Jeremia.

Was also ist Berufung? Jeremia ist damals etwa 25 Jahre alt, als Gott zu ihm spricht: „Du sollst mein Bote für die Völker sein, sollst ihnen mein Wort sagen“. Und Jeremia sagt. „Nein, nicht ich, ich bin noch zu jung. Ich kann das nicht.“

„Ich kann das nicht!“ …. Diesen Satz kennen wir. Immer wieder gibt es Aufgaben, bei denen wir sagen: „Das kann ich nicht!“ Erst recht, wenn ich Zeit habe, darüber nachzudenken.

Und doch gibt es Berufungen auch heute. Und es gibt Menschen, denen Gott das zutraut. Da arbeitet ein Arzt in einem Krankenhaus in Afrika. Er hat nur die notdürftigsten Medikamente und Verbandmittel. Aber er hilft, dass Menschen geheilt werden, dass Arme und Beine nicht amputiert werden müssen, dass Frauen nach einer Vergewaltigung Hilfe bekommen.

Da hat ein Paar keine Kinder bekommen und nimmt Pflegekinder auf, gibt ein Zuhause und Liebe, und hilf so, dass zerbrochene Leben wieder heil werden und Kinder groß werden können.

Leben als Berufung. Wenn wir von Jeremia hören, können wir uns fragen: Was ist meine Berufung? Wo kann ich helfen?Was ist mir aufgegeben? Immer wieder stellt uns das Leben vor Aufgaben und Schicksale und wir müssen uns dazu verhalten.

Deswegen ein zweiter Schritt: Was ist meine Berufung?

In keiner anderen Berufungsgeschichte treten Person und Auftrag so weit auseinander wie bei Jeremia und nirgendwo sonst hören wir einen Gott, der der so direkt sich auf einen Menschen bezieht. „Rede dich nicht heraus, Jeremia, und fang jetzt nicht an, so zu tun, als hätte ich, Gott, mich geirrt.

Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und ich sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.

Ich weiß, dass du es bist. Der Gedanke, dass Gott mich und meine Aufgabe kennt, macht es leichter, die eigene Berufung anzunehmen. Jede Lebensaufgabe passt zu dem Menschen, der sie tragen oder lösen muss.

Wenn wir diesen Gedanken zulassen, dann ist der Begriff der Berufung plötzlich ganz nah: Wie, wenn Gott mir das jetzt gerade zutraut und mich darin auserwählt hat, das zu tun oder hier zu helfen?

Was ist das für ein Gott, der jeden von uns Menschen kennt, bevor er ihn im Mutterleib bildet?Ja, wir scheinen wertvoll zu sein für ihn. Wer macht sich sonst solche Gedanken über uns? Die Chefs und Firmen und Personalabteilungen kaschieren ja oft nur ihre eigenen Interessen, wenn sie sagen: „Ach, wir kennen sie jetzt schon so gut und wir trauen ihnen diese Aufgabe zu!“

Nicht jede Aufgabe und jede Berufung aus Menschenhand dient mir und soll mich weiter bringen. Vieles ist auch ein Ausnützen von Menschen. Wie, wenn das bei Gott anders ist? 

Jeremia hört seine Aufgabe und sofort tauchen Fragen in ihm aus. Fast jeder von uns kennt solche Fragen:
Wieso jetzt?
Wieso das?
Wieso ich?

Jeremia hat ja gute Argumente: Ich bin zu jung. Wie oft haben wir schon im Leben gehört: „Sie sind zu jung für diese Aufgabe.“ Mancher hat in seiner Jugend viel früher eine Herausforderung annehmen müssen. Denken wir an unsere Eltern oder Großeltern, mit 8 Jahren vertrieben, mit 14 Jahren Flakhelfer, mit 20 Jahren Witwe.

Oder zu alt sein, wie auf dem Arbeitsmarkt: „Sie sind zu alt für diese Aufgabe!“ Mit 50 arbeitslos, keine andere Arbeit in Sicht , arbeiten müssen, aber noch bis 67.

Ist das Alter eine Grenze? Bei Gott nicht, nicht nach untern und nicht nach oben.

Jeremia bekommt eine Aufgabe, wird berufen, jetzt in diesem jungen Alter, nicht später und nicht früher. Das ist jetzt sein Leben, er hast kein anderes. Jeremia, lebe es so wie es ist! Lebe es jetzt!

Der dritte und letzte Gedanke: Was hilft mir in meiner Berufung? Wie fühlt sich dieser Gedanken für Sie an, liebe Gemeinde?

Der Gedanke eine Aufgabe im Leben zu bekommen, zu etwas berufen zu sein. Der Gedanke, von Gott das eigene Leben zusammen mit einem konkreten Ziel zu bekommen, ist doch reizvoll. Vielleicht können Sie doch daraus Kraft schöpfen.

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, kann es meine Berufung werden, den Verlust anzunehmen. Wenn ich einen Menschen habe, den ich pflegen und versorgen muss, kann ich es meine Berufung sein, diese Aufgabe anzunehmen.

Pflicht – oder doch Berufung? Wie sehr gehört es zu mir, gerade hier und heute zu leben und welche Verpflichtung ergibt sich für mich daraus? Als Frau, als Mann, als Partnerin oder Partner, als Sohn oder Tochter, als Christ.

Jeremia kennt ja noch nicht einmal den Umfang seiner Aufgabe und beginnt schon, mit Gott zur rechten. Er beginnt, sich selbst klein zu machen. „Dafür tauge ich nicht.“ Was kennen wir von dem, was uns im Leben erwartet? Gegen was möchten wir uns wehren? Was lieber nicht annehmen?

Du sollst gehen, wohin ich dich sende,
und predigen alles, was ich dir gebiete.

Das hört Jeremia, der Prophet. Von Gott. Natürlich könnten wir jetzt den Notausgang nehmen. Wir sind keine Propheten. Jeremia redet von etwas anderem. Betrifft mich nicht, Jeremia! War nett dich kennen zu lernen, und Tschüss.

Doch auch wir sind Boten Gottes. Auch wenn die wenigsten von sich annehmen, das Wort Gottes zu verkündigen – wir tun es immer, allein durch unser Leben als Christin, als Christ.

Gott gönnt Jeremia einen Blick in die Zukunft. Die Aufgabe die er bekommt, wird verbunden mit Gottes Führung, die er gibt:

Du sollst gehen, wohin ich dich sende,
und predigen alles, was ich dir gebiete.

Gott zeigt Jeremia die Wege die er gehen soll und sagt ihm was er verkündigen soll. Gott hat Jeremia seinen Weg gezeigt und er weist mir in meinem Leben auch den Weg den ich gehen soll.

Gerade wenn ein Lebensweg sich plötzlich ändert, können wir als Christen fragen: Wie sieht jetzt Gottes Plan mit mir aus? Aber Gott spricht: Fürchte dich nicht vor ihnen: Denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. Auch das hört Jeremia. Das ist doch ein wunderbarer und tröstender Mutmacher.

Fürchte dich nicht. Wie oft haben wir Angst, etwas nicht zu können? Wir denken doch oft, ich bin doch so ganz klein.

Und Gott spricht: Ich bin bei dir.

Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

In diesem Moment, so denke ich mir, waren für Jeremia die Zweifel überwunden. Jeremia erlebt seine Einsetzung, seine Berufung zum Propheten. Er spürt Gottes Hand, fühlt die Berührung an seinem Mund und bekommt seine Aufgabe beschrieben.

Ein sichtbares Zeichen. Jetzt ist er Prophet. Die Botschaft Gottes an Jeremia ist klar: „Ich traue dir das zu!“ Und das ist – in der Übertragung auf unser Leben – auch der Moment, der uns weiter hilft.

Alle Fragen, ob ich zu jung oder zu alt bin, alles Nachdenken über göttliche Führung und die Wege, die ich dabei gehen werde, sind zweitrangig, wenn ich das Gefühl habe, dass Gott mir diese Aufgabe zutraut. Gott gibt dabei sichtbare Zeichen, die es immer wieder ermöglichen, unsere Berufung anzunehmen. So wie Jeremia Gottes Hand spürt und die Worte in seinen Mund gelegt werden. Sichtbare Zeichen, die für uns ein Segen, das Überreichen einer Urkunde, ein Handschlag oder auch eine Umarmung oder ein Kuss sein können.

Auch wenn wir keine Propheten sind, nur Menschen, die den Glauben wagen. Auch wenn unsere Berufungen ganz unterschiedlich sein mögen, Gott hört unsere Zweifel und nimmt sie ernst.

Doch was er uns geben will, ist stärker und sicherer als unser Unvermögen. Sage nicht, „ich bin zu jung.“ Oder zu alt. Sage nicht, „ich glaube doch viel zu wenig, ich bin doch noch so unerfahren.“ Gott wird dich stärken und führen und leiten. Und wir können dorthin gehen, wohin Gott uns sendet und begleitet. Bis ans Ende unseres Lebens.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist, als alle menschliche Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Wir singen das Lied 630 V 1-3

Fürchte dich nicht,
gefangen in deiner Angst, mit der du lebst.
Fürchte dich nicht,
gefangen in deiner Angst. Mit ihr lebst du.

Fürchte dich nicht,
getragen von seinem Wort, von dem du lebst.
Fürchte dich nicht,
getragen von seinem Wort. Von ihm lebst du.

Fürchte dich nicht,
gesandt in den neuen Tag, für den du lebst.
Fürchte dich nicht,
gesandt in den neuen Tag. Für ihn lebst du.

 

Gebet und Segen 

Wir wollen miteinander nun Fürbitte halten:
Nach jeder Fürbitte sprechen wir gemeinsam: „Herr erhöre uns“.

Vater im Himmel, du vertraust uns vieles an,
andere Menschen, diese Welt, deine Kirchen.

Wir bitten dich für die Mitarbeitenden in den Kirchen:
Gib allen, die in Diakonie und Caritas,
in Pflegeheimen und Hospizen,
in Krankenhäusern, in Kindergärten,
in Gruppen und Kreisen arbeiten,
dass sie mutig und liebevoll weitergeben,
was sie an Liebe empfangen haben
und sie so vermehren.

Wir bitten dich: Herr erhöre uns.

Wir bitten dich für alle,
die Verantwortung in Politik und Wirtschaft tragen:
Gib ihnen Mut, für Frieden und Versöhnung einzutreten.
Hilf ihnen, auch dann gerecht zu handeln,
wenn es wirtschaftlichen Überlegungen
zu widersprechen scheint.

Wir bitten dich: Herr erhöre uns.

Wir bitten dich
für die Krisenregionen dieser Welt:
Gib, dass die Politiker und Verantwortlichen
zur Mäßigung und zum Ausgleich beitragen.
Schenke Frieden und Versöhnung.

Wir bitten dich: Herr erhöre uns.

Wir bitten dich für Geduld und Vernunft
in der momentanen Coronakrise.
Lass uns alle mit den Einschränkungen klar kommen.
Schenke uns in der nächsten Zeit wieder mehr Freiheiten,
gerade für die Schulkinder, die Kita-Kinder
und für die Aktivitäten in den Vereinen.
Lass uns alle vernünftig
mit der aktuellen Situation umgehen.

Wir bitten dich: Herr erhöre uns.

Wir bitten für alle,
denen es schwer fällt, ihre Gaben einzusetzen,
weil sie zu schwach sind,
weil sie an sich und ihren Talenten zweifeln,
weil sie traurig oder ängstlich sind:
Sei ihnen nahe, lass sie spüren von deiner Liebe, und deiner Kraft.

Wir bitten dich: Herr erhöre uns.

Schenke uns allen einen fröhlichen Glauben,
mit dem wir mutig und zuversichtlich leben können.
Durch Jesus Christus unsern, Herrn.

Amen.

Und alles was uns sonst noch bewegt,
belastet und bedrückt,

legen wir in das Gebet hinein, das du uns gelehrt hast:

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

 

Sendung und Segen
„HERR, du gibst Frieden dem, der sich fest an dich hält und dir allein vertraut“. (Jes., 26,3)
So geht nun in diesen Sonntag und in die neue Woche unter dem Segen des Herrn.

Der HERR segne euch und behüte euch.
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Der HERR erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch
Frieden.

Amen.

 

Wir singen vom Lied 571 die Verse 1 und 4
(Aufnahme aus der Nürnberger Friedenskirche mit allen vier Versen)

Nun segne und behüte uns, zeig uns dein Angesicht.
Dein Friede leuchte überall, Gott komm! Verlass uns nicht,
dein Friede leuchte überall. Gott, komm! Verlass uns nicht.

Im Segen gehen, zusammen stehn für deine neue Welt.
Wir legen dafür Hand in Hand, weil deine Hand uns hält.
Wir legen dafür Hand in Hand, weil deine Hand uns hält
.

Orgelnachspiel