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Gottesdienst am 6. September

Sich vom Geist Gottes treiben lassen – darum geht es in unserem heutigen Gottesdienst am 13. Sonntag nach Trinitatis, in dem wir drei Jugendleiterinnen in ihren Dienst einführen.

 

Zum Eingang

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Wir feiern Gottesdienst am 13. Sonntag nach Trinitatis. Heute führen wir unsere neuen Jugendleiterinnen ein. Dazu und zu Reden und Hören schenke uns Gott in diesem Gottesdienst seinen Geist.

Lied Danke für diesen guten Morgen

Psalm
Halleluja! Wohl dem, der den Herrn fürchtet,
der große Freude hat an seinen Geboten!
Sein Geschlecht wird gewaltig sein im Lande;
die Kinder der Frommen werden gesegnet sein.
Reichtum und Fülle wird in ihrem Hause sein,
und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis,
gnädig, barmherzig und gerecht.
Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht
und das seine tut, wie es recht ist!
Denn er wird niemals wanken;
der Gerechte wird nimmermehr vergessen.
Vor schlimmer Kunde fürchtet er sich nicht;
sein Herz hofft unverzagt auf den Herrn.

Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht,
bis er auf seine Feinde herabsieht.
Er streut aus und gibt den Armen;
seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Sein Horn wird erhöht mit Ehren.
Der Frevler wird´s sehen und es wird ihn verdrießen;
mit den Zähnen wird er knirschen und vergehen.
Denn was die Frevler wollen, das wird zunichte.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Confiteor
Herr Jesus Christus,
du bist für uns am Kreuz gestorben,
dass wir mit dir leben.
Wir bekennen dir,
dass wir dir diese Liebe zu wenig gedankt haben:
Statt dich zu loben,
haben wir über das geseufzt, was uns beschwert.
Statt dir zu gehorchen, haben wir danach gefragt, was uns nützt.
Wann werden wir die Angst los, wir könnten zu kurz kommen,
sobald wir dir nachfolgen?
Herr, vergib uns unsere Schuld
Und wandle unsere Herzen durch die Macht deiner Liebe.
Herr, erbarme dich.

(Stille)

Gott schenkt seine Gnade uns allen.
In Jesus Christus lässt er sie uns jeden Tag neu erfahren.
Darum danken wir ihm und loben ihn in alle Ewigkeit.
Amen.

Tagesgebet
Ich suche Gott, am Morgen eines jeden Tages.
Ich suche dich
mit dem Licht der heller werdenden Sonne,
bis der Mittag kommt.
So will ich lernen, dich zu finden in denen, die neben mir sind,
die im Licht oder im Schatten stehen.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen.

 

Verkündigung

Lesung Lk 10,25-37 – Der Barmherzige Samariter
Und siehe, da stand ein Gesetzeslehrer auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5. Mose 6,53. Mose 19,18)Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen. Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme. Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

Glaubensbekenntnis

Lied – EG 412,1.4.7 – So jemand spricht: Ich liebe Gott!

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde!

Die Freizeit mit den Kindern beginnt. Alle sind gespannt. Sie warten an der Bushaltestelle. Die Koffer und Taschen liegen durcheinander. Manche der Kinder, die mit auf die Freizeit fahren, kennen sich aus der Schule. Sie stehen beieinander und reden. Andere stehen noch bei ihren Eltern. Sie warten bis der Bus kommt und es für eine Woche Abschied nehmen heißt. Einige stehen auch allein herum, weil sie keinen kennen oder nicht so recht wissen, wen sie von den vielen unbekannten als erstes ansprechen sollen. Dann kommt der Bus und dann sind da auch schon die Jugendleiterinnen und Jugendleiter, die bei der Freizeit mitfahren. Jetzt geht alles ganz schnell. Verabschieden von den Eltern, einsteigen, Anwesenheit kontrollieren, Bus starten – rein ins Abenteuer!

Und dann der erste Abend. Wie gestaltet man ihn sinnvoll? Jeder sitzt da und denkt noch an zu Hause oder den Ärger in der Schule. Für manche ist es das erste Mal von zu Hause weg. Am Besten – ganz klassisch – einen Spieleabend. Ein Kennenlernspiel, damit auch das unbekannte Gesicht einen Namen bekommt. Ein anderes Spiel das in Bewegung setzt, und die Gruppe einmal durchwirbelt, damit nicht immer die beste Freundin neben der besten Freundin sitzt. Ein Gemeinschaftsspiel, bei dem es auf jeden ankommt. Dann sind alle ins Schwitzen gekommen, jeder hat mitgemacht, und der – Funke ist über gesprungen an diesem Abend. Am Ende sind alle ausgepowert, aber auch ein bißchen glücklich. Jetzt sind sie auf Freizeit. Sie sind mit einer Gruppe weg von zu Hause. Sie sind gespannt auf die neuen Gesichter und die Woche.

Von so einem Übergang vom Alltag in die Freizeit, vom Alten zum Neuen, wo sich nicht nur äußerlich etwas verändert, sondern auch eine Veränderung in uns vorgeht, spricht Paulus im Römerbrief im 8. Kapitel, die Verse 14 bis 17. Ich lese ihn heute in einer eigenen Übersetzung:

Die sich vom Geist Gottes treiben lassen, die sind Söhne und Töchter Gottes.
Der Geist, den Gott euch gegeben hat, ist ja nicht ein Geist der Knechtschaft, so dass ihr euch wie früher fürchten müsstet. Es ist der Geist, den ihr als Söhne und Töchter habt. Von diesem Geist erfüllt rufen wir zu Gott: Abba, Vater!
So bezeugt sein Geist unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn wir aber Kinder sind, dann sind wir auch Erben, und das heißt: Wir sind Erben Gottes und Miterben Christi, so gewiß wir mit leiden, damit wir auch zur Herrlichkeit erhoben werden.

Was war an diesem Freitag morgen nicht alles passiert? Ein Junge hat sich wegen der schlechten Note in Mathe geärgert. Er hat Angst, dass er damit gerade heute nach Hause muss, wo er doch mit seinen Freunden auf Freizeit fahren will. So ein Mist, das Wochenende fängt ja gut an. Wie erklärt er das nur seinen Eltern.

Ein Mädchen hat sich heute mit einer Mitschülerin gestritten. Und hinterher hat sie erfahren, dass ausgerechnet auch die mitfährt zur Freizeit. Die Freizeitlaune des Mädchens sinkt auf den Nullpunkt.

Ein anderer Junge. Er weiß noch nicht so recht, was auf ihn da zukommt am Wochenende. Seine Mutter hat ihn einfach angemeldet. Er macht sich viele Gedanken, weil er ja niemanden kennt.

Ein anderes Mädchen. Sie hält es einfach nicht mehr aus – zu Hause. Vater und Mutter streiten sich andauernd. Sie weiß nicht, zu wem sie mehr halten soll. Sie will nur raus. Zum Glück hat ihr ihre Freundin von der Kinderfreizeit erzählt. Da hat die Mutter auch gleich ja gesagt und sie angemeldet.

Noch ein Junge. Er muss immer im Mittelpunkt stehen. Und heute hat er es wieder geschafft. Beim Sport. Aber dann hat er sich blamiert. Es hat nicht sollen sein. Er wollte den Ball ganz im Alleingang ins Tor schießen. Er genießt es, wenn andere ihn bewundern. Aber irgendwie ist er doch allein und hat dann, wenn ihn alle auslachen, keinen der zu ihm hält.

Was war an diesem Freitag nicht alles passiert? Da ist die Angst vor dem Erklärenmüssen der schlechten Note, die Angst, eine ganze Woche mit der Mitschülerin verbringen zu müssen, die Angst, nicht zu wissen, ob man Freunde findet, die Angst, es nicht jedem Elternteil recht machen zu können.

Ängste können einen lähmen. Sie können einen Menschen fesseln. Er beschäftigt sich dann ganz mit sich selbst oder mit seinem Problem. Das genau meint Paulus, wenn er vom Geist der Knechtschaft spricht: „Der Geist, den Gott euch gegeben hat, ist ja nicht ein Geist der Knechtschaft, so dass ihr euch wie früher fürchten müsstet.“ Paulus spricht daher vom kindlichen Geist. „Die sich vom Geist Gottes treiben lassen, sind Kinder Gottes – oder besser: Söhne und Töchter Gottes!“

Alle waren begeistert bei der Sache. Sie konnten nicht genug kriegen. Immer weiter wollten sie das eine Spiel spielen. Die Begeisterung war im Saal zu spüren. –– Der Funke springt über. Ein gelungener Abend. Wie hat das Team das nur hin bekommen bei den Voraussetzungen? Planen kann man das nicht alles. Ganz besonders nicht, wann der Funke überspringt. Es gibt Dinge, die kann man nicht vorbereiten, so gut man sich auch vorbereitet hat. Dass der Geist Gottes kommt und den Funken überspringen lässt, ist ein unplanbares Geschenk. „So bezeugt sein Geist unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.

Liebe Gemeinde,
ich persönlich habe es seit meiner Jugendzeit immer wieder auf Freizeiten so erfahren, dass der Geist Gottes überspringt. Ich denke auch, dass die Freizeitarbeit ein hervorragender Ort ist, wo ich Gottes Kraft gemeinsam mit andern Menschen erleben kann. Ich erlebe es auch heute noch, wenn wir z.B. mit den Konfirmanden für ein Wochenende wegfahren, wie der Funke überspringt. Auch unsere Kinderbibelwochen sind z.B. so eine Gelegenheit. Die Stimmung nach einer solchen Freizeit, nach so einer Woche, ist meist eine bessere wie zuvor. Am Zustandekommen und Gelingen von Freizeiten haben unsere ehrenamtlichen Jugendleiterinnen und Jugendleiter einen wesentlichen Anteil. Sie sind näher dran an den Kindern und Jugendlichen. Sie können aber dank des Grundkurses auch Einiges. Ein Spiel anleiten, eine Gruppenstunde vorbereiten, eine Aktion mit Jugendlichen durchführen, die rechtlichen und organisatorischen Dinge bedenken – all das haben sie gelernt (und zum Teil schon eingesetzt). Neben diesen pädagogischen Grundfertigkeiten gibt es freilich bei uns auch noch einen geistlichen Teil. Denn es geht uns ja auch darum, Gottes Wirken an uns immer wieder spürbar werden zu lassen. Es kann nur um ein „spüren lassen“ gehen und das macht es schwierig. Wir können über Gott nicht verfügen. Der Geist Gottes teilt sich jedem Menschen so mit, wie es dieser Mensch braucht. Wer im Geist Gottes lebt, den erdrückt die Angst vor der schlechten Note nicht. Wer im Geist Gottes lebt, kann unbefangen auf andere Menschen zugehen und findet neue Gemeinschaft und Freundschaft. Im Geist Gottes sind Streithähne zur Versöhnung bereit. Wer im Geist Gottes lebt, ist frei von den menschlichen Bindungen, die ihn gefangen halten. Wer im Geist Gottes lebt, erkennt sich selbst besser und überschätzt seine eigenen Kräfte nicht. Solche lebendigen Erfahrungen mit dem Geist Gottes, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln ist unsere gemeinsame Aufgabe als Christen in der Kirchengemeinde.

Die sich vom Geist Gottes treiben lassen, die sind Kinder Gottes!“ –
In der Gemeinschaft der Christen ist das erfahrbar. Dann, wenn wir uns treiben lassen von seinem Geist. Auch einmal, wenn wir uns ganz vertiefen in eine Sache, von der wir nicht loslassen können, und dabei die Zeit ganz vergessen. In diesen Momenten erfahren wir, dass wir frei sind. Frei von allen Rollen, die wir zu erfüllen haben. Frei von den Ängsten um uns und unsere Lieben. Geführt von Gottes Geist.

Gott will, dass wir so als seine Kinder leben und uns treiben lassen. Sein Geist ist unser Lebensbegleiter. Im Alltag freilich spüren wir das nicht immer. Darum tut es gut, sich immer wieder diese Auszeiten zu nehmen, Zeiten für uns selbst und für Gottes Wirken an uns. Dass wir uns treiben lassen, den Funken überspringen lassen, bringt uns mit Gott selbst in Verbindung. So werden wir zu seinen Söhnen und Töchtern, seinen Kindern.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Lied 564,1.2 „Komm, Heilger Geist“

 

Gebet und Segen

Fürbittengebet
Lasst uns beten:
Barmherziger Gott,
wir danken Dir für Deine Gemeinde an unserem Ort,
wir danken Dir für die Feier all der Gottesdienste in diesem Garten,
wir danken Dir, dass Du immer wieder neue Menschen in den Dienst der Gemeinde rufst,
Fröhliche, Zupackende, Musikalische, Zuhörende,
lass uns Deinen Geist auch außerhalb der festen Mauern unserer Kirche erfahren,
lass uns Deinen Geist spüren bei allen Vorbereitungen für die nächsten Gottesdienste in diesem Herbst.

Barmherziger Gott,
wir bitten dich für die Menschen, die um ihre Freiheit kämpfen müssen,
wir bitten dich für die Opfer von Kriegen und Zerstörungswut,
wir bitten dich, lass Deinen Geist wirken, damit Friede und Freiheit für alle Menschen wirklich wird.

Barmherziger Gott,
wir bitten dich auch für alle Kranken,
sei du ihnen gerade in ihrer Not nahe,
dort, wo sie mit deiner Nähe vielleicht gar nicht mehr rechnen,
wende du dich ihnen zu.

Barmherziger Gott,
wir bitten dich für die Sterbenden,
hilf du, ihre Schmerzen zu lindern
und schenke ihnen Menschen, die ihnen beistehen.
Gib du auch den Helfern Kraft und die Zuversicht,
dass du es gut mit uns meinst.

Barmherziger Gott,
wir bitten dich für alle, die um einen lieben Menschen trauern,
tröste sie durch deine Gnade.
Wir bitten dich für die Einsamen und Verzweifelten,
hilf du ihnen im Alltag,
wir bitten dich für alle die Not leiden an Leib und Seele,
schenke du ihnen neue Zuversicht ins Leben.
Amen.

Vaterunser

Segen

Lied – Möge die Straße