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Gottesdienst am 14. Juni

Heute feiern wir Gottesdienst mit Pfarrer Dr. Matthias Westerhoff am 1. Sonntag nach Trinitatis. Hier die Online-Ausgabe des Gottesdienstes zum Mitfeiern zu Hause.

 

Zum Eingang

Liebe Gemeinde, heute feiern wir den 1. Sonntag nach Trinitatis. Gottes Gerechtigkeit ist nicht eine, die fordert, sondern gibt. Lasst uns beginnen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Wir singen ein Lied, mit dessen Worten wir die Gerechtigkeit Gottes suchen: 382,1-3 Ich steh vor dir

Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.

Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?

Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.

Originaltitel: Ik sta voor U
Text: Huub Oosterhuis
Übertragung: Lothar Zenetti

 

Wir beten mit Worten aus dem 34. Psalm (Introitus 802.2)

Ich will den HERRN loben allezeit; 

sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. 

3 Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, 

dass es die Elenden hören und sich freuen. 

4 Preiset mit mir den HERRN 

und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen! 

Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. 

Wohl dem, der auf ihn trauet! 

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Ihr Geliebten in Christus! Weil wir vor dem Angesichte des Herrn versammelt sind, um aus seinem Worte Gnade und Hilfe, Lehre und Trost zu empfangen, so beugen wir uns in Demut vor ihm, bekennen unsre Unwürdigkeit, Sünde und Schuld und bitten aus Herzensgrund: Gott, sei uns Sündern gnädig.

Kyrie eleison.

Herr, erbarme dich.

Christe eleison

Christus, erbarme dich.

Kyrie, eleison

Herr, erbarm dich über uns.

Gott erbarmt sich unser. Er hat nicht Lust am Tode des Sünders, sondern dass der Sünder sich bekehre und lebe. Er hat seinen Sohn in die Welt gesandt und in den Tod dahingegeben, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Lobsinget ihm, lobsinget seinem Namen!

Ehre sei Gott in der Höhe

und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohlgefallen.

 

Glorialied 179,1

Allein Gott in der Höh sei Ehr
Und Dank für seine Gnade,
Darum dass nun und nimmermehr
Uns rühren kann kein Schade.
Ein Wohlgefalln Gott an uns hat;
Nun ist groß Fried ohn Unterlaß,
All Fehd hat nun ein Ende. 

 

Lasst uns beten:
Du unbegreiflicher Gott,
die Himmel können dich nicht fassen –
und doch kommst du uns nahe in deinem Wort.
Hilf, dass wir deine Stimme unterscheiden
von den vielen anderen Stimmen, die auf uns einreden,
damit unser Leben dir gehöre, getragen und geformt
von deiner Liebe, die uns in Jesus Christus begegnet.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen.

 

Verkündigung

Wir lesen das Evangelium für den heutigen Sonntag beim Evangelisten Lukas im 16. Kapitel:

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag vor seiner Tür, der war voll von Geschwüren 21 und begehrte sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tisch fiel, doch kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. 22 Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. 23 Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. 24 Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. 25 Abraham aber sprach: Gedenke, Kind, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, du aber leidest Pein. 26 Und in all dem besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. 27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; 28 denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. 29 Abraham aber sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. 30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. 31 Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde (Lukas 16,19-31).

Dies sind die Worte unseres heutigen Evangeliums. Der Herr segne sie an uns durch die Kraft seines Heiligen Geistes und erhalte uns sein heiliges, teures Wort in Ewigkeit. Amen. Lasset uns vor Gott treten mit dem Lobopfer und Bekenntnis unsres gemeinsamen christlichen Glaubens: 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen …

 

Wir singen Lied 365,1.3.4 Von Gott will ich nicht lassen

1) Von Gott will ich nicht lassen,
denn er lässt nicht von mir, führt mich durch alle Straßen,
da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land, wo ich auch sei im Land.

3) Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit,
wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit,
ist aller Freuden voll, die ohne alles Ende,
und, weil ich Christus kenne,
mir widerfahren soll, mir widerfahren soll.

4) Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat.
Sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns und Gnad.
Auch Gott der Heilig Geist im Glauben uns regieret,
zum Reich der Himmel führet.
Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ihm sei Lob, Ehr und Preis!

Text: Albrecht von Preußen um 1554.
Melodie: Claudin de Sermisy 1529, geistlich Antwerpen 1540

 

Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht in der Apostelgeschichte im 4. Kapitel:

32 Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. 33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. 34 Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35 und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte. 36 Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig, 37 der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

 

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder, liebe Freude,

meine Söhne spielen gern ein Kartenspiel namens “Halt mal kurz” und da gibt es eine Aktionskarte, bei der man dann folgendes tut: “Sage »Ach – mein, dein… das sind doch bürgerliche Kategorien«, und tausche mit jemanden die Karten.” Daran erinnerte ich mich, als ich die Worte in der Apostelgeschichte las: “auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. ” Wenn es in dem Spiel witzig zugeht und der, welcher den Spruch anwendet, ein besseres Blatt gegen sein schlechteres eintauscht, scheint es unter den ersten Christen ein großes Vertrauen gegeben zu haben, dass es bei dem gegenseitigen Austausch mit rechten Dingen zugehe. Es gab ein gemeinsames Eigentum, in das jeder das Seine einbrachte und keiner scheint dem anderen misstraut zu haben, dass er möglicherweise ein übler Schmarotzer ist, kaum selbst etwas einbringt und arbeitet, aber die Säure macht, sich also durchfrisst. “Das gehört mir und nicht dir”, gab’s also nicht, jedenfalls eine Zeit lang. 

“Ach mein? – nein: dein!” Schon Jesus hörte man auf diese Weise reden, wenn er in der Bergpredigt sagte: “Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel.” “Mein, dein … das sind doch bürgerliche Kategorien”, also, wenn Du unbedingt meinst, dass das Fräckla dir gehören sollte, dann nimm auch gleich noch das Jäckla. Mit dem Besitz an Lebenszeit verfuhr Jesus in seiner Rede in demselben Sinne: “Und wenn dich jemand eine Meile nötigt, so gehe mit ihm zwei” (Mt 5,40.41). Mit jemand einen Weg zu gehen, den man selber nicht gehen wollte, das kostet Zeit. Dann gib freiwillig noch einmal soviel Weg und Zeit dazu, sagt Jesus. Also war schon für Jesus klar: Deine Textilien gehören nicht dir und deine Lebenszeit auch nicht. 

Die Sache kam dann natürlich als ein Bumerang auf Jesus selbst zurück: Sein eigenes Leben gab er dann auch dahin. Als er in dem Garten von Getsemane mit dem rang, was nun auf ihn zukommen würde, kam er schließlich zu der Einsicht: “doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe”. Dieser Wille bestand darin, dass er am Karfreitag sein Leben hingeben sollte, nachdem er von geistlichen und staatlichen Würdenträgern verurteilt worden war. Schon vorher, am Gründonnerstag Abend hatte er bei dem Abendessen gesagt: “Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird” (Lukas 22,19). So hatte er sich ausgeteilt und nichts für sich selbst behalten. 

Ob man jetzt daraus folgern sollte und sagen: Lass dich ausbeuten! Tu nichts für dich selber? Ich glaube nicht. Denn wer den Mantel zuzüglich zu dem Untergewand hergibt, tut es ganz bewusst und nicht gezwungen und wer bei einer Begleitung noch einmal dieselbe Wegstrecke drauflegt, macht es bewusst von sich selber aus. Diese Vermögenden in der ersten Christenheit, die den Erlös aus einem Verkauf von Grund oder Immobilien den Aposteln für die Armenkasse zur Verfügung stellten, taten es willentlich und nicht gezwungen. Und auch Jesus sagte von seinem Leben: “Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es” (Johannes 10,18). Bewusst und mit viel Liebe wird etwas hineingegeben in eine Gemeinschaft, an Besitz, Geld, Zeit, mit der Überzeugung, es sei etwas Wertvolles, das der Allgemeinheit zugutekommt und es ist nicht Ramsch, der in den eigenen Augen ohnehin nichts wert ist. Gerade etwas Gutes gibt man bewusst. Wenn man Ramsch einem Flohmarkt zur Verfügung stellt, geschieht es nur so leichthin und mit einem Augenzwinkern.

Trotzdem, was die ersten Christen taten, erntet auch Kritik. Der scharfe Rechner unter uns sagt: Was diese ersten Christen getan haben, ist Unsinn. Denn sie haben Kapital vernichtet. Man sollte  Grund und Immobilien nicht verkaufen, sondern behalten, und die Rendite kann man dann für einen guten Zweck verwenden. So funktioniert jede Stiftung. Was nützt es, wenn das Kapital und der Grundstock an Vermögen verkauft sind, dann gibt es auch keine Rendite mehr, von der man einen Teil einem guten Zweck zur Verfügung stellen könnte und dann hungern am Schluss alle. Unter diesem wirtschaftlichen Gesichtspunkt gesehen, war es wirklich ein Weg in eine Armutsfalle, aber man muss daran denken, wozu diese Verkäufe gut waren: Die Armen sollten unterstützt werden. Also kam das verflüssigte Kapital geradewegs Menschen zugute, wurde in Menschen investiert, in ihre Entwicklung, damit sie sich schließlich aus eigener Kraft aus der Armut erheben könnten. Das war der Sinn: Es sollte menschenwürdiges Leben ermöglicht und die Scham und die Schande der Armut beseitigt werden. Und wenn man’s so in Menschen investiert, was man hat, dann wird sich’s 1000-fach lohnen. Sagte doch auch schon Jesus zu seinen Jüngern: “Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlässt um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen – und in der kommenden Welt das ewige Leben” (Mk 10,29f).

Das ist ein großer Trost für den, der sich trennt von allerhand Wichtigem und Wertvollem. Man gewinnt Freunde und das Leben. 

Auch Jesus, der sich selbst gab, wurde gerügt, er solle das ja lassen. Als er seine Vertrauten einweihte, dass er ins Leiden gehen werde, da nahm ihn Petrus beiseite und machte Jesus klar, dass das keine gute Idee sei. Daraufhin nannte Jesus den Jüngersprecher Petrus einen Satan Mk 8,32). Es musste sein, dass er sein Leben hingab. Es lohnt doch nicht, sich für diese Sünder hinzugeben, könnte man einwenden. Sie werden’s dir nicht lohnen. Auch die Christenheit wird Schuld auf sich laden und dein Leiden ist für die Katz, könnte ein realistischer Zweifler sagen. Aber Jesus gab sich hin in den Willen des Vaters, er meinte, wir seien es wert, ausgelöst zu werden. Er meinte, ausgerechnet wir seien es wert, dass er sein Leben für uns einsetzte. Er fragte nicht danach, ob es sich lohnt, sich für uns einzusetzen.

Josef, genannt Barnabas, was als “Sohn des Trostes” gedeutet wurde, fragte nicht danach, ob sich diese Investition für das Leben der Armen lohnte. Er gab das Geld den Aposteln, legte es ganz demütig und vertrauensvoll zu ihren Füßen. Sie wüssten schon, wofür sie es am besten verwenden könnten.

Wir lesen diese Stelle aus der Apostelgeschichte, damit wir angeregt werden, zu geben: Zeit, Geld, Besitz für einen, der es gut brauchen kann und für die Gemeinde. 

Was man auch von diesen ersten Christen lernen kann, diese Liebe und Großzügigkeit und das Vertrauen, dass es das Wichtigste ist, in Menschen zu investieren, das geht nicht ohne den Gottesdienst. Der ist hier auch erwähnt mit den Worten: “Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus.” Wir nehmen wahr: Das ist eine Predigt, eher draußen als drinnen gehalten, aber eine reichlich seltsame. Wir würden vielleicht von der Schönheit der Schöpfung predigen oder dass Gott uns annimmt, wie wir sind oder dass Jesus unser Heiland ist und dass wir Liebe üben sollen, alles das. Aber ausgerechnet diese Auferstehung, ausgerechnet das, was für die Vernunft ein böses Ärgernis darstellt, soll gepredigt werden. Sollte man nicht besser sagen: Der Tod gehört zum Leben und damit lasst es gut sein? 

Der nicht an seinem Leben festgeklebt ist und es nicht für sich selbst behalten hat und sein göttliches Leben am Gründonnerstag ausgeteilt hat, den konnte der Tod nicht festhalten. Und er, Jesus, ist jetzt das Maß aller Dinge. Sonst war’s die Todesfurcht, welche am Ruder war, die Furcht, zu kurz zu kommen, die Furcht vor einem vertanen Leben, vor der Verurteilung wegen vertaner Chancen. Alles das schweige, was uns anklagen will, sagt die Predigt von der Auferstehung Jesu von den Toten. Er ist auferstanden von den Toten und zieht einen schönen Rattenschwanz hinter sich her, das sind die, welche es hören und damit leben, glauben, wie man so sagt. Die Auferstehung von den Toten, der offene Horizont, der muss gepredigt werden. Das muss man sagen, dann kleben die Leute nicht so an sich selbst. Dann darf man glauben, einen Vertrauensvorschuss einbringen. Wenn die Furcht vor dem Tode kastriert wurde und wenn man die Worte gelten lässt: Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben” (Johannes 11,25). Das sind unerhörte Worte, die aus der Auferstehung Jesu herauswachsen. Es geht nicht um ein Mirakel, vielmehr um eine Ermutigung zum Leben, dass wir den Weg der Furchtlosigkeit betreten. 

Der Sonntag ist der erste Tag der Woche, der Tag, an dem die Frauen ans Grab gingen, in der festen Absicht zu trauern. Aber sie wurden eines Besseren belehrt. Der Sonntag spricht uns Vertrauen zu, zu wagen, was wir sterblichen Menschen nicht können. Tödlich getroffen nicht kleinbei zu geben, sondern Hoffnung zu haben, das lehrt uns die Predigt von der “Auferstehung des Herrn Jesus.” Diese Predigt möge uns in Fleisch und Blut übergehen, dass wir die Angst verlieren und gerne geben. 

Amen.

 

Lasst uns singen Lied 640,1-3 Komm, bau ein Haus

Kehrvers
Komm, bau ein Haus, das uns beschützt,
pflanz einen Baum, der Schatten wirft,
und beschreibe den Himmel, der uns blüht,
und beschreibe den Himmel, der uns blüht.

Strophen
1. Lad viele Tiere ein ins Haus und füttre sie bei unserm Baum,
lass sie dort munter spielen, wo keiner sie in Kreise sperrt,
lass sie dort lange spielen, wo der Himmel blüht.

Der Kehrvers wird vor, zwischen und nach den Strophen gesungen.

2. Lad viele Kinder ein ins Haus versammle sie bei unserm Baum,
lass sie dort fröhlich tanzen, wo keiner ihre Kreise stört,
lass sie dort lange tanzen, wo der Himmel blüht.

3. Lad viele Alte ein ins Haus bewirte sie bei unserm Baum,
lass sie dort frei erzählen, von Kreisen, die ihr Leben zog,
lass sie dort lang erzählen, wo der Himmel blüht.

Text: Friedrich Karl Barth, Peter Horst, Hans-Jürgen Netz 1977
Melodie: Peter Janssens 1977 

 

Gebet und Segen

Lasst uns beten:
Lieber Gott,
in unserem Grundgesetz steht, dass Eigentum verpflichtet und dass sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll.
Wir bitten dich für unser wirtschaftliches Denken und Planen,
dass wir unser Haus, unsere Zeit, unser Geld so einsetzen, dass unserem Mitmensch damit geholfen wird.
Darum bitten wir:

Herr, erbarme dich.

Lieber Gott,
„Arme habt ihr allezeit bei euch“, sagte Jesus. Schenke uns Deines Geistes Kraft, dass jeder mit seinem vergleichsweise ärmeren Mitmenschen auf Augenhöhe lebt.
Wir bitten dich für alle, die sich anlässlich des Problems der Kinderarmut mühen,
für alle, die ehrenamtliche Arbeit in Bibliotheken und Schulen leisten. Wir bitten:

Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für Partner von „Brot für die Welt“, zum Beispiel in Sierra Leone, wo Kindern und Jugendlichen zu einer guten Schul- und Ausbildung geholfen werden soll. Wir bitten um einen fruchtbaren Austausch von Jugendlichen zwischen Ländern des Südens wie Kolumbien oder Südafrika mit Ländern des Nordens. Wir bitten:

Herr, erbarme dich.

Vaterunser

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Amen.