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Einführung der Konfirmanden – 12. Juli

Heute wurden unsere neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden in einem Gottesdienst eingeführt und der Gemeinde vorgestellt. Der Konfirmandenkurs hat Anfang Juli begonnen. Auch wenn manches anders ist als bisher, sind wir froh, dass ein bisschen Normalität bei Einhaltung aller Regeln einkehren darf.

 

Zum Eingang

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Jesus ruft uns. Wir sind ihm wichtig. Wir müssen keine Lichtgestalten sein. – Wir feiern Gottesdienst am 5. Sonntag nach Trinitatis in der Gegenwart des auferstandenen Herrn. 

Lied 334, 1.2.4 „Danke für diesen guten Morgen“

Introitus
Gott sei uns gnädig und barmherzig
und gebe uns seinen göttlichen Segen.
Er lasse uns sein Antlitz leuchten,
dass wir auf Erden erkennen seine Wege.
Es segne uns Gott, unser Gott.
Es segne uns Gott, und gebe uns seinen Frieden.
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Sündenbekenntnis
Wir kommen aus der vergangenen Woche,
als lebendige Menschen, die in Beziehung zu anderen Menschen stehen, die Geliebt werden und lieben;
als Menschen mit Berufen, von denen wir Erholung und Ruhe suchen;

Wir kommen aus der vergangenen Woche,
mit Sorgen und Gedanken über unser Leben und unsere Welt,
mit der Erfahrung des Scheiterns, weil wir das, was wir uns vorgenommen haben, nicht geschafft haben,
und mit der Hoffnung, dass Gott uns ansieht und berührt.

Wir sehnen uns danach, frei zu sein,
frei von Lasten und Leiden,
frei von Schuld, von Angst und Sorge.

Du, Gott, kannst uns befreien zu neuem Leben. So beten auch wir zu dir: Gott sei uns Sündern gnädig!

Der Allmächtige Gott erbarme sich unser. Er vergebe uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

Gott erbarmt sich über uns. In Jesus Christus hat er uns Anteil am ewigen Leben gegeben. So können auch wir getröstet und ermutigt leben. Amen.

 

Verkündigung

Gebet des Tages
Ewiger Gott, du rufst Menschen in deinen Dienst
und vollbringst durch sie dein Werk auf Erden.
Wir bitten dich:
Öffne uns Ohren und Herzen,
dass wir auf deinen Ruf hören und dem nachfolgen,
den du gesandt hast, Jesus Christus, unsern Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Lesung Gen 12,1-4a
Die alttestamentliche Lesung für den heutigen Sonntag steht im 1. Buch Mose, im 12. Kapitel, die Verse 1 bis 4:
Der Herr sprach zu Abram:
Geh aus deinem Vaterland
und von deiner Verwandtschaft
und aus deines Vaters Hause
in ein Land, das ich dir zeigen will.
Und ich will dich zum großen Volk machen
und will dich segnen
und dir einen großen Namen machen,
und du sollst ein Segen sein.
Ich will segnen, die dich segnen,
und verfluchen, die dich verfluchen;
und in dir sollen gesegnet werden
alle Geschlechter auf Erden.
Da zog Abram aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte.

Glaubensbekenntnis

Lied 241,1+7 „Wach auf, du Geist der ersten Zeugen“

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde,
ich lese den Predigttext für den heutigen Sonntag. Er steht im Lukasevangelium im 5. Kapitel, die Verse 1 bis 11:

Es begab sich, als sich die Menge zu Jesus drängte,
zu hören das Wort Gottes,
da stand er am See Genezareth.
Und er sah zwei Boote am Ufer liegen;
die Fischer aber waren ausgestiegen
und wuschen ihre Netze.

Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte,
und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren.
Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus.

Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon:
Fahre hinaus, wo es tief ist,
und werft eure Netze zum Fang aus!
Und Simon antwortete und sprach:
Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet
und nichts gefangen;
aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.
Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische
und ihre Netze begannen zu reißen.
Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen.
Und sie kamen und füllten beide Boote voll,
sodass sie fast sanken.

Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen
und sprach: Herr, geh weg von mir!
Ich bin ein sündiger Mensch.
Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst
und alle, die mit ihm waren,
über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten,
ebenso auch Jakobus und Johannes,
die Söhne des Zebedäus,
Simons Gefährten.

Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht!
Von nun an wirst du Menschen fangen.
Und sie brachen Boote ans Land
und verließen alles und folgten ihm nach.

 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
es mag ein kleiner Lichtblick gewesen sein in diesen Zeiten, dass wir jetzt doch ganz plangemäß – wie immer – im Juli mit dem neuen Konfirmandenkurs begonnen haben. Dunkle Wolken gibt es genug am Himmel in diesen Zeiten. Noch immer ist Schule nur eingeschränkt, auch wenn Sie für Euch wieder stattfindet. Vieles ist nun aber ganz anders als zuvor.

Auch über unserem Konfirmandenkurs stehen diese Wolken. Fällt die Konfifreizeit wirklich aus? Geht es nicht doch irgendwann? Warum müssen wir auf die Kleidersammlung, die Erntedanksammlung verzichten? – Auch der Pfarrer fragt sich: Wie wird das werden – immer mit Abstand? Es geht auf die Stimme – man muss stets laut reden. Die Köpfe zusammenstecken, miteinander ein Rollenspiel entwickeln, mal eine Gruppenarbeit machen, ein Spiel, bei dem man sich notgedrungen berührt? – All das, was den Unterricht abwechslungsreich macht, ist jetzt mit vielen Auflagen verbunden.

Dunkle Wolken haben sich trotz positiver Fallzahlen bisher nicht verzogen. Die Konjunktur kommt noch nicht recht in Schwung. Unternehmen bangen um ihre Existenz, nicht wenige um ihren Arbeitsplatz. Noch greifen die Maßnahmen, aber was ist, wenn das noch länger so weitergeht?

Dunkle, düstere Wolken bestimmen ein altes Gemälde zu unserem Predigttext vom Fischzug des Petrus. Die Sonne versteckt sich hinter den Wolken. Sie dominieren das Bild eines alten holländischen Meisters. Die Wolken berühren das Meer. An der Schnittlinie sind Fischerboote zu sehen, die ihre Segel hochziehen und hinausfahren. Am Ufer ragen die Masten der im Hafen liegenden Boote zahlreich in den Himmel empor.

[Jan Brueghel, Seehafen mit Predigt Christi, 1598, Alte Pinakothek München, CC-BY-SA 4.0]

Lohnt sich das überhaupt? Jetzt mit einem neuen Konfirmandenkurs anfangen? Es ist alles so kompliziert mit all den Regeln, die wir jetzt einhalten müssen. Es hat doch alles keinen Sinn. Schon wieder brauchen wir ein neues Hygienekonzept. Ach, wenn wir nicht ständig neu organisieren und denken müssten. Ach, das rentiert sich doch nicht, jetzt hinauszufahren auf See!

Und doch: Es treibt uns etwas an. So wie den Petrus etwas angetrieben haben muss, als er die Worte des Predigers Jesus hörte. Viele waren ans Ufer gekommen. Der Künstler zeichnet eine ganze Menschenmenge, die sich schart. Lauschend stehen sie, manche sitzen am Rand. Petrus wirft einen knappen Blick nach vorne. Er bleibt skeptisch. „Sind doch nur schöne Worte!“, denkt er sich: „Vom Fischfang hat der keine Ahnung!“ Und doch lässt Petrus sich anrühren und wagt es, hinauszufahren und die Segel hochzuziehen.

Der Blick des Betrachters auf dem alten Bild fällt neben den dunklen Wolken vor allem auf die Szenen, die sich im Vordergrund abspielen. Es ist wie ein Wimmelbild. So viel gibt es da zu entdecken. Fischer, die ihren reichen Fischfang zum Kauf anbieten. Menschen, die den Fisch kaufen. Herren und Damen, schön gekleidet, die ausgehen, sich unterhalten, miteinander plaudern. Arme Leut und reiche Leut beieinander. Niemand muss hungern, alle sind fröhlich.

Was ist es, was uns in See stechen lässt? Was setzt uns in Bewegung? Manchmal braucht es nur ein Wort, das ein anderer mir sagt – und dann ist alles klar: „Dass ich darauf nicht selbst gekommen bin!“ Etwas, das mich anspricht. Jemand, der mir ins Gesicht sagt: „Du bist mir wichtig!“ Dann werden die „schönen Worte“ plötzlich zu heilsamen Worten für mich. „Fahre hinaus, Petrus, wo es tief ist!“ Riskiere etwas, denn Dir ist die Kraft dazu schon von Gott geschenkt.

Jesus sucht keine Lichtgestalten. In dem Wimmelbild des alten Meisters ist Petrus gar nicht zu sehen. Es sind so viele Menschen da, aber der eine Petrus fällt gar nicht auf. Er ist unter den Vielen schon aufgegangen. Er hat die Botschaft der Zuversicht schon hinausgetragen. Er ist schon mit dem reichen Fang zurückgekommen und hat die Fülle bereits mit seinen Mitmenschen geteilt.

Jesus selbst ist in diesem Bild nur eine kleine Lichtgestalt. Man muss lange suchen, bis man ihn findet. Er steht zwar mitten im Bild auf einem der Boote am Ufer. Aber er ist so klein, dass sein Lichtpunkt auf den ersten Blick nicht wahrzunehmen ist. Der Christus bleibt im Hintergrund. Er ist ein Lichtblick, ja – und er ist auch da. Aber die dunklen Wolken, das ganze Weltenpanorama, die Stadt, das Meer, die Burg am Rande, die wimmelnden Menschen scheinen dieses Licht fast zu erdrücken. Und doch leuchtet es ruhig und stetig. Mag die Welt auch noch so turbulent sich drehen, er ist da mit seinem Licht.

Jesus – das Licht – sucht uns – ganz einfache Menschen. Er will uns mitnehmen in sein Reich. Er sagt uns „Du bist mir wichtig!“ – So wie sich Petrus auf geheimnisvolle Weise von Jesus ansprechen ließ, so dürfen auch wir darauf vertrauen, dass wir gemeint sind, wenn er ruft.

Selten ist es so, dass wir einen einzelnen Moment benennen können, in dem wir diesen Ruf hörten. Öfters geschieht es, dass wir erst viel später entdecken: Da war er dabei, da hat er mich begleitet in meinem Denken und Fühlen. Wir entdecken, wir brauchen ihn zu ganz unterschiedlichen Zeiten des Lebens – immer wieder neu.

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
„Ihr seid uns wichtig!“ – darum sitzt Ihr heute und auch im kommenden Jahr in besonderer Weise in unserer Mitte. Wir selbst sind mit Euch solche Lichtpunkte in dunklen Zeiten. Lassen wir uns nicht betrüben von den dunklen Wolken, die um uns sind. Vertrauen wir auf den, der unser Licht ist. Dann kann diese Zeit auch zu einer Bereicherung werden für unser Leben. Erfüllend und – wer weiß? – vielleicht mit positiven Überraschungen, die wir jetzt noch gar nicht sehen können.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Einführung der Konfirmandinnen und Konfirmanden

Der Gemeinde werden 10 neue Konfirmandinnen und Konfirmanden vorgestellt, 4 Mädchen und 6 Jungen.

Für die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie unsere Aufgaben als Gemeinde bitten wir mit den folgenden Worten:

Barmherziger Vater,
schenke den jungen Menschen in ihrer Konfirmandenzeit
Freude an der Kirche und an einem lebendigen Glauben an Jesus Christus,
hilf ihnen weiter in die Gemeinde hinein zu wachsen,
lass sie lernen, Jesu Beispiel zu folgen,
erfülle sie mit den Gaben des Heiligen Geistes.

Barmherziger Vater,
wir bitten dich auch für alle, die sie begleiten,
im Unterricht und im Gottesdienst der Gemeinde,
lass sie in unserer Mitte Menschen finden, denen sie vertrauen können,
gib den Eltern und Paten deinen Geist
und das rechte Geschick, sie zu begleiten, wie du es willst.
Amen.

Lied EG 395,1+2 „Vertraut den neuen Wegen“

 

Gebet und Segen

Fürbittengebet

Barmherziger Gott,
du rufst uns in deine Nachfolge,
aber wir hören deinen Ruf oft nicht
oder erfinden Ausreden
schenke uns die Kraft, deinem Wort zu vertrauen,
zu hoffen wider den Augenschein unserer Überzeugungen und Erfahrungen.

Barmherziger Gott,
wir bitten dich um Frieden in der Welt,
darum, dass Arm und Reich zueinander finden und sich gegenseitig bereichern,
wir bitten dich um verantwortlichen Umgang mit deiner Schöpfung.

Barmherziger Gott,
wir bitten dich für die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden,
lass sie deinen Geist spüren und erfahren, dass sie in unserer Gemeinde willkommen sind,
stärke sie im Glauben und lass unsere Bemühungen gelingen.

Barmherziger Gott,
wir bitten dich auch für unsere Kirche,
dass sie die Hoffnung nicht fahren lässt
immer wieder neu die frohe Botschaft zu verkündigen
auch wider den Augenschein dunkler Wolken.

Barmherziger Gott,
wir bitten dich für alle, die es in ihrer Ehe schwer haben,
zeige ihnen Wege zu einem neuen Miteinander,
wir bitten dich für alle Kranken,
stärke du sie durch ein helfendes Wort,
wir bitten dich für alle Trauernden,
sende du ihnen Boten mit einem tröstenden Wort,
wir bitten dich für alle Verzweifelten,
zeige du ihnen, dass du immer da bist.
Amen.

Vaterunser

Segen
Der Herr segne euch und behüte euch.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf Euch
und schenke Euch Frieden.
Amen.