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Die Nacht

Ruhelos sind jetzt so manche Nächte gewesen in den letzten Wochen. Das, was uns am Tage beschäftigt, verfolgt uns auch noch im Schlaf. Die Sorge, dass das, was wir heute mühsam geregelt bekommen haben, morgen schon wieder überholt ist, ist groß. Die Angst, falsche Entscheidungen zu treffen, wiegt schwer. Auf Längerfristiges kann man sich sowieso nicht vorbereiten. Was wird mit den Arbeitsplätzen, wenn das alles noch länger dauert? Wie soll das alles bezahlt werden, diese riesigen Summen an versprochenen Geldern? Wird die Mehrzahl der Schüler überhaupt noch wieder zurückkehren an ihre Schule in diesem Schuljahr?

Jeden von uns beschäftigen solche oder ganz ähnliche Fragen. Legen wir sie ab, damit wir ruhig schlafen können. Versuchen wir es mit einem Gebet oder einem Lied. Das schöne Abendlied von Rudolf Alexander Schröder (1942) fasst so manche Tageslast in Worte. Legen wir sie Gott hin.

 

Abend ward,
bald kommt die Nacht, 

schlafen geht die Welt;
denn sie weiß, es ist die Wacht
über ihr bestellt.

Einer wacht und trägt allein
ihre Müh und Plag,
der lässt keinen einsam sein,
weder Nacht noch Tag.

Jesu Christ, mein Hort und Halt,
dein gedenk ich nun,
tu mit Bitten dir Gewalt:
Bleib bei meinem Ruhn.

Wenn dein Aug ob meinem wacht,
wenn dein Trost mir frommt,
weiß ich, dass auf gute Nacht
guter Morgen kommt.