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„Da wohnt ein Sehnen…“

In unserer „Liedwunschbox“ für diese Woche findet sich das Lied von Anne Quigley „Da wohnt ein Sehnen tief in uns.“ Sie fragen sich: „Wie kann das sein?“ – Die Kirche ist ja gar nicht offen. Schlaue Leute haben mir einfach auf unsere Info-WhatsApp-Nachrichten zurückgeschrieben und sich dieses Lied gewünscht. Wer einen Liedwunsch hat, darf ihn also gerne mal mit einer Nachricht an uns senden. Vielleicht finden Sie Ihr Lied in einer der nächsten Andachten oder Gottesdienste wieder.

 

Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott,
nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück,
nach Liebe, wie nur du sie gibst.

Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung, bitten wir.
In Sorge, im Schmerz, sei da, sei uns nahe Gott.

Dieses Lied ist eine Entdeckung aus unserem lila Liederheft. Viele haben diese Melodie lieb gewonnen. Sie ist eingängig. Die Worte sind uns nahe. Wort und Musik passen zusammen. Dabei ist der Text gar nicht ursprünglich in deutsch verfasst. Eugen Eckert hat den englischen Text der Komponistin Anne Quigley übersetzt.

Dieses Lied ist im engeren Sinne ein Gebet. Es ist wie ein Fürbittengebet. Es nimmt unsere Situation in diesen Tagen auf. Es mag trösten und Halt geben, um all die lebenswichtigen Dinge zu bitten, die in diesem Lied aufgereiht werden. Versuchen wir es beim Lesen, Hören und Singen zu bedenken. Im Englischen ist der Refrain-Text prägnanter. Die Bitte des Sängers, der Sängerin richtet sich an den Gott, der uns verborgen bleibt. Die Bitte lautet: „Gott, zeig du dich selbst uns!“

So lasst uns bitten um die Dinge, die wir jetzt besonders brauchen:
– um Frieden in der Welt. Er ist Grundlage dafür, dass Menschenleben gerettet werden können.
– um Freiheit, deren Wert auch uns jetzt intensiver bewusst wird.
– um Hoffnung, dass die Menschheit sich besinnt und zusammensteht.
– um Einsicht, dass wir selbst Schuld tragen.
– um Beherztheit, die Not zu sehen und an der richtigen Stelle zuzulangen.
– um Beistand für die, die krank sind oder im sterben liegen.
– um Heilung für unsere erschrockenen Seelen.
– um Ganzsein, erfüllt sein mit der Liebe, die Gott uns schenkt.
– um Zukunft für diese Welt: Mensch, Tier und Natur.

Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott,
nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück,
nach Liebe, wie nur du sie gibst.

Vater unser im Himmel…

 

Heute gibt´s noch zwei Hörtipps. Einmal kann das Lied im englischen Original hier angehört werden. Zum anderen hat die Komponistin auch weitere moderne liturgische Stücke zu Passion und Ostern veröffentlicht, die in der Tradition englischer Chormusik der anglikanischen High-Church stehen. Eines umfasst die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz für den Karfreitag. Unten sind die Links dazu. Auch wenn man kein Englisch versteht – Musik verbindet und regt auch so an. Einfach mal reinhören. Ich freue mich auf den nächsten „Zettel“ in der Liedwunschbox.

Link zur englischen Original-Version von Anne Quigley „There is a longing“
Und noch ein weiterführender Hör-Tipp: Anne Quigley „The Seven Last Words from the Cross“ (Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz)